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„Oje, Ihr zieht um? Was für ein Stress.“ Klar, ein Tapetenwechsel ist mit viel Arbeit verbunden und kostet jede Menge Nerven. Um Chaos und mögliche Mehrkosten zu vermeiden, ist das A & O eine gute und vor allem frühzeitige Planung. Hier finden Sie einige Tipps, was Sie bei einem Umzug im Auge behalten sollten.

Die Wohnung wird zu klein, da Nachwuchs kommt. Die Wohnung ist altersbedingt zu groß. Studium oder Beruf machen einen Umzug dringend erforderlich. Oder Sie haben sich für den Erwerb einer eigenen Immobilie entschieden: Gründe für den Transport des Hab und Gut von A nach B gibt es viele. Steht der Umzugstermin fest, ist zu klären, wer helfen wird. Stehen Familie und Freunde bereit oder benötige ich ein Unternehmen?

Die Verbraucherberatungen raten dazu, im letzteren Fall Angebote von mehreren Firmen einzuholen. Seriöse Umzugsunternehmen schlagen einen Termin vor Ort vor, um einige Dinge schon im Vorfeld abzuklären. Welches Volumen hat das Umzugsgut überhaupt? Wie groß muss das Fahrzeug sein? Wer baut Möbel ab und auf und wer packt die Kisten? Nicht zuletzt muss bedacht werden, ob es delikate Objekte wie Gemälde, Skulpturen oder antike Stücke gibt, die eine besondere Verpackung oder Versicherung erfordern. Ausschlaggebend für den Preis sind auch die Höhe des Stockwerks und die Frage, ob ein Aufzug vorhanden ist. All diese Faktoren fließen in den Preis des Umzugsunternehmens ein. Ungefähre Richtwerte gibt es, aber was der Umzug tatsächlich kostet, muss ganz individuell ermittelt werden.

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Bewährt: der Festpreis

Ein Festpreis ist durchaus wünschenswert, um später keine bösen Überraschungen zu erleben. Der Preis für einen normalen Transport von einem Ort zum anderen berechnet sich normalerweise durch die Quadratmeterzahl des alten Zuhauses, das Transportvolumen und die Entfernung zum neuen Domizil. Bei einer 50 Quadratmeter großen Wohnung und einer Entfernung von 50 Kilometern zum neuen Zuhause gelten als ungefährer Richtwert 550 bis 900 Euro.

Ein Vertrag mit Festpreis und einer genauen Definition des Leistungsumfangs ist also eine gute Sache, um bei den Kosten auf der sicheren Seite zu sein. Ein Festpreis hat für Kunde und Firma allerdings auch ein kleines, aber eher überschaubares Risiko: Sind mehr Stunden nötig als vertraglich vereinbart, trägt das Unternehmen das Risiko. Geht der Umzug schneller über die Bühne, zahlt der Kunde dennoch den Festpreis. In letzter Zeit kommen auch immer mehr Online-Auktionsportale auf den Markt, die möglicherweise günstiger sind, mit denen aber auch der beinhaltete Service abzuklären ist.

Wer zahlt im Schadensfall?

„Ihr zieht um? Hoffentlich geht nichts zu Bruch.“ Damit kommt die Versicherungsfrage ins Spiel. Wer zahlt, wenn eine Kiste des guten Porzellans beim Transport in Scherben zerfällt? Verbraucherberatungen raten deshalb, vor Abschluss des Vertrages die Versicherungsmodalitäten mit der Umzugsfirma abzuklären und eventuell die Haftungssumme zu erhöhen, wenn teure Objekte im Spiel sind.

Entschließen Sie sich, mit Hilfe von Freunden umzuziehen, sollten Sie frühzeitig ermitteln, wie groß ein geliehener Transporter sein muss und was die Leihgebühr für dieses Fahrzeug kostet. Ein Umzug in der Woche ist da meist günstiger als am Wochenende. Helfen Privatpersonen und geht die Glasvitrine zu Bruch, zahlt eventuell die private Haftpflichtversicherung.

In Kürze bezugsfertig sind diese Doppelhaushälften im Neubauprojekt „Seestraße 9“. Bild: KR Häuser

Ist der Umzugstermin festgezurrt und Sie haben sich für die Hilfe von Familie und Freunden oder ein Unternehmen entschieden, ist der erste Schritt bereits getan. Nun kann eine Checkliste helfen, um zu klären, was vor dem Umzugstag schon erledigt werden kann. Kommt alles mit oder kann das alte Sofa weg? Klären Sie Sperrmülltermine und Öffnungszeiten der Wertstoff-Abgabe-Stellen in Ihrer Stadt ab, wenn Sie das Sofa nicht verschenken möchten. Auch ein Inserat in einem der vielzähligen Online-Anzeigenportale kommt in Betracht. Checken Sie frühzeitig alle Schränke, am besten Raum für Raum, um das auszusortieren, was nicht mit ins neue Domizil soll, aber vielleicht noch verkauft oder verschenkt werden kann. Nicht zuletzt wirkt sich die Menge des Umzugsguts auf die Kosten aus.

Organisieren Sie für den Tag X rechtzeitig eine Betreuung für Kinder und Senioren, die bei Ihnen leben. Und wer in einer Straße wohnt, in der das Parken ohnehin schwierig ist, sollte sich bei der zuständigen Gemeinde frühzeitig um die Genehmigung von Halteverbotsschildern kümmern.

Sie sind noch auf der Suche nach einem neuen Domizil und fragen sich, ob ein Standort im Speckgürtel für Sie infrage kommt? Dann lesen Sie unseren Beitrag zum aktuellen Postbank Wohnatlas.

Text: Andrea Hunkemöller

Titelbild: pexels/ Ketut Subi Yanto