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Aus einer ADAC-Umfrage unter 1.410 Firmen aus dem Bau- und Immobiliensektor über Stromanschlüsse an Pkw-Stellplätzen in Mehrfamilienhäusern geht hervor: nur vier Prozent der größeren Wohnanlagen besitzen Stromanschlüsse für das Laden von E-Fahrzeugen an den Stellplätzen. Die 1.410 Wohnungsbauunternehmen, Wohnungsbaugenossenschaften und Hausverwaltungen wurden 2019 im Auftrag des ADAC befragt. Trotz dem geringen Umfrage-Ergebnis: die E-Mobilität ist auf dem Vormarsch. Die Zahl der E-Ladestationen in Neubau-Immobilien dürfte zukünftig deutlich an Fahrt aufnehmen. Wir von neubau kompass berichten über das größte Elektro-Ladeinfrastruktur-Projekt Deutschlands im Regensburger DÖRNBERG-Quartier.

Das neue DÖRNBERG-Quartier mit dem laut REWAG (Regensburger Energie- und Wasserversorgung AG & Co KG) größten E-Mobilitäts-Ladeinfrastruktur- und Lastmanagementprojekt in ‎Deutschland entsteht im Westen Regensburgs. Hier wird ein gemischtes Quartier zum Wohnen, Leben und Arbeiten realisiert.

In einem von drei Neubau-Gebieten innerhalb des DÖRNBERG-Quartiers entstehen zum Beispiel 204 Eigentumswohnungen – „Das DÖRNBERG – Karolinenhof 01“:

Bild: nu concept GmbH

Das Elektro-Mobilitätsprojekt im DÖRNBERG-Quartier

Die Details zum Elektro-Mobilitätsprojekt des DÖRNBERG-Quartiers:

Die Dörnberg-Viertel Projekt GmbH & Co. KG bietet in ihrem DÖRNBERG-Quartier für alle Haushalte die Möglichkeit einer privaten Elektro-Ladestation. Denn herkömmliche Hausanschlüsse bieten Anschlusswerte zwischen zwei und vier Kilowatt je Wohnung, berichtet die Dörnberg-Viertel Projekt GmbH & Co. KG. Das liege deutlich unter der Kapazität für das Laden eines Elektro-Autos, für das 22 Kilowatt notwendig seien, stellt Dörnberg-Viertel Projekt fest.

Um das Ladeproblem von Elektro-Autos in dem neuen DÖRNBERG-Quartier zu lösen, hat die Dörnberg-Viertel Projekt GmbH & Co. KG mit der REWAG Regensburger Energie- und Wasserversorgung AG & Co KG eine Lösung entwickelt.

Damit die Hausanschlüsse durch das Laden von E-Fahrzeugen nicht überlastet werden, wird in dem DÖRNBERG-Quartier zu jedem Hausanschluss ein zusätzlicher Anschluss für die E-Fahrzeuge mit einer Leistung von bis zu 400 Kilowatt installiert. Um eine mögliche Netzüberlastung zu vermeiden, sind die freibleibenden Kapazitäten aus dem quartierseigenen Trafo gleichmäßig auf die angeschlossenen Ladestationen verteilbar.

Größtes E-Ladeinfrastruktur-Projekt Deutschlands

Zum Portfolio der REWAG Regensburger Energie- und Wasserversorgung AG & Co KG gehören neben E-Mobilitäts-Angeboten für Privat- und Geschäftskunden auch E-Mobilitäts-Leistungen für Kunden aus der Immobilien- und Wohnungswirtschaft.

Die REWAG verkündet, dass das Ladeinfrastruktur- und Lastmanagementprojekt im Regensburger DÖRNBERG-Quartier das größte in Deutschland ist. Mit dem Georgenhof, dem ersten von drei Bauabschnitten, seien die Voraussetzungen für zusätzliche 260 Ladepunkte für E-Fahrzeuge geschaffen worden, teilt der Energie-Versorger mit.

Nach der Fertigstellung des neuen Stadtzentrums DÖRNBERG sollen nach REWAG-Angaben rund 850 private Pkw-Stellplätze für E-Ladestationen vorgerüstet sein.

Im DÖRNBERG-Quartier in Regensburg entstehen circa 850 private Pkw-Stellplätze, die für Elektro-Ladestationen vorgerüstet sind (Bild: Pixabay).

Die Kosten für das E-Mobilitäts-Paket

Die Neubau-Wohnungen im DÖRNBERG-Quartier sind vorbereitet mit einem Basis-Paket der REWAG Regensburger Energie- und Wasserversorgung AG & Co KG. Zu dem Paket gehören ein separater Hausanschluss für E-Mobilität, die Schalterschränke für das Lastmanagement, die Datenverkabelung und die Stromzuleitung zum Stellplatz. Dieses E-Mobility-Basis-Paket wird nach REWAG-Angaben von Bauherrenseite mit 50 Prozent pro Stellplatz bezuschusst.

Wohnungseigentümer im DÖRNBERG-Quartier können optional ein E-Mobility-Paket erwerben. Für 2.099 Euro brutto erhalten die Wohnungsbesitzer eine 22-Kilowatt-E-Ladestation, die montiert und in Betrieb genommen wird. Auch ein RFID-Kartenleser gehört zu dem optionalen E-Mobility-Paket. Über den RFID-Kartenleser wird der Stromverbrauch erfasst. Voraussetzung für das E-Mobilitäts-Paket ist eine einmalige Aktivierungs-Gebühr von rund 20 Euro.

Gut zu wissen: die Wallbox

Die Kosten für eine Ladesäule hängen unter anderem von der Ausstattung und der Ladeleistung ab. Der ADAC gibt für eine Wallbox einschließlich deren Montage eine Preisspanne zwischen etwa 500 Euro und 2.000 Euro an.

Moderne Ladesäulen sind kompakt und lassen sich an der Wand (englisch: Wall) installieren, daher stammt die geläufige Bezeichnung Wallbox. Die private Wallbox ist gegen unbefugte Nutzung geschützt, damit zum Beispiel in einer von vielen Menschen zugänglichen Tiefgarage niemand anderes die private Wallbox eines Besitzers auf dessen Stromkosten nutzen kann.

Durch eine Chipkarte – im Regensburger DÖRNBERG-Quartier kommt beispielsweise eine RFID-Karte zum Einsatz – oder einen Schlüssel, schaltet der Nutzer die Wallbox zum Laden frei:

Bild: Pixabay

Dritter Bauabschnitt voraussichtlich Mitte 2022 bezugsfertig

Das südlichste der drei Wohngebiete im Regensburger DÖRNBERG-Quartier ist „Das DÖRNBERG – Karolinenhof 01“. Die 204 Neubau-Eigentumswohnungen sind voraussichtlich Mitte 2022 bezugsfertig. Es entstehen Wohnflächen von 30 Quadratmeter bis 129 Quadratmeter. Der Vermarkter der 1- bis 4-Zimmer-Eigentumswohnungen ist die nu concept GmbH.

Zu Fuß sind vom dritten Bauabschnitt „Das DÖRNBERG – Karolinenhof 01“ zum Beispiel die im DÖRNBERG-Quartier angelegten Parkanlagen erreichbar:

Neubau von 204 Eigentumswohnungen in Regensburg: „Das DÖRNBERG – Karolinenhof 01“ (Bild: nu concept GmbH).

Neben einer Installation einer E-Ladesäule stellt das Thema Glasfaser eine weitere Zukunfts-Investition in Immobilien dar – Glasfaser-Anschlüsse für Neubau-Wohnungen: auf das Kürzel FTTH achten.

Titelbild: Dörnberg-Viertel Projekt GmbH & Co. KG