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Ein Blick in den „Home Electronics Markt Index Deutschland“ (HEMIX) zeigt, dass die Deutschen im Jahr 2018 für Home-Audio-Produkte 1,1 Milliarden Euro ausgegeben haben. Ein erwähnenswertes Detail: Die Kategorie „Connected Audio“, Connected Audio Home Systems und Network-Music-System-Komponenten (Multiroom), nahm 2018 um 14,60 Prozent zu. Damit gewinnt das vernetzte Zuhause – Smart Home – zunehmend auch bei der Audio-Ausstattung an Bedeutung. Mehr über Multi-Room erfahren Sie in diesem Ratgeber-Beitrag. Doch zunächst zu einem Basis-Begriff, wenn es um die Aufstellungs-Optimierung von Lautsprechern geht: dem Stereo-Dreieck.

Eine gute Musik-Anlage macht noch nicht automatisch einen guten Sound, denn die Klangqualität hängt insbesondere von der Positionierung der Lautsprecher im Raum ab. Als Grundlage für eine gute Klangqualität kann das Stereo-Dreieck als Orientierungshilfe herangezogen werden. Unter einem Stereo-Dreieck versteht man, wenn die beiden Lautsprecher-Boxen und der Hörer zumindest annähernd ein gleichseitiges Dreieck bilden.

Zu beachten gilt außerdem, dass sich das Klangbild verändert, je nachdem wie groß der Abstand zwischen dem Hörer und den Lautsprechern ist. Außerdem wissenswert: die Lautsprecher sollten nicht zu nah an der Wand platziert sein, da sonst die Audio-Qualität beeinträchtigt werden könnte.

Tipps: so lässt sich die Raumakustik verbessern

Wer schon zum Einzug in sein neues Eigenheim die Raumakustik verbessern möchte, um späteren Aufwand beispielsweise durch das Umstellen von Möbeln zu vermeiden, der wird mit dem Thema Diffusor konfrontiert.

Als Diffusor können Möbel, Vorhänge oder auch Zimmerpflanzen fungieren. Die Einrichtungsgegenstände können den Klang dämpfen oder im Raum breiter streuen. Wenn Sie in Ihren Neubau einziehen, testen Sie doch einmal Folgendes: hören Sie Musik zuerst im leeren Raum und danach im eingerichteten, möblierten Zimmer. Außerdem bietet sich das Experiment an, die Lautsprecher-Boxen an unterschiedlichen Plätzen zu testen und darauf zu achten, ob einem beim Musik hören ein Unterschied was die Klangqualität angeht, auffällt.

Zusammengefasst dienen Diffusoren als Bauelemente dazu, die Raumakustik zu verbessern – ob in den eigenen vier Wänden oder im weltberühmten Konzerthaus, zum Beispiel der Elbphilharmonie in Hamburg:

Blick in den Großen Saal der Elbphilharmonie Hamburg (Bild: Maxim Schulz).

Die „Weiße Haut“ im Großen Saal

Ein Beispiel für Diffusoren par excellence aus der Elbphilharmonie in Hamburg: Für den Neubau des Konzerthauses feilten die Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron des renommierten Schweizer Architektur-Büros Herzog & de Meuron zusammen mit dem weltberühmten japanischen Akustiker Yasuhisa Toyota, Nagata Acoustics, an der Architektur für den perfekten Klang.

Der Akustiker Yasuhisa Toyota bringt es auf den Punkt: „Wenn man es als Akustiker schafft, dass das Publikum die große Distanz zur Musik nicht mehr wahrnimmt, hat man gute Arbeit geleistet.“

Durch das ideale Zusammenspiel von Raumgeometrie, Materialien und Oberflächenstruktur wird der Schall der Musik gezielt in jeden Winkel des Großen Saals in der Elbphilharmonie gestreut, berichtet die an dem Projekt beteiligte Hasenkopf Industrie Manufaktur und nennt Zahlen:

Für den Großen Saal in der Elbphilharmonie wurden 10.287 Elemente aus Gipsfaserbeton zur 6.000 Quadratmeter umfassenden Innenraumverkleidung, der „Weißen Haut“, zusammengefügt:

Die „Weiße Haut“ in der Elbhilharmonie (Bild: Oliver Heissner).

Das Multiroom-System: für Musik in jedem Raum

Wer nicht nur im Konzerthaus, sondern auch in mehreren Räumen seines privaten Eigenheims auf ein gutes Klangerlebnis nicht verzichten möchte, für den kommt ein Multiroom-System in Frage: Ein Smart-Home-Ausstattungs-Feature für Ihren modernen Neubau.

Ein Multiroom-System geht weit über eine klassische analoge Stereoanlage hinaus. Zwar lassen sich an einer Stereoanlage mehrere Lautsprecher anschließen und in verschiedenen Zimmern verteilen. Jedoch spielt dann in jedem Raum vereinfacht gesagt dieselbe Musik. Hier kommt das digitale Multiroom-System ins Spiel, das die Musikdateien in einer Bibliothek bündelt. Zudem kann auf Musikstreamingdienste zugegriffen werden. Steuern lässt sich das Multiroom-System beispielsweise über eine App per Smartphone. So kann in unterschiedlichen Räumen zur selben Zeit je nach Musikgeschmack verschiedene Musik gehört werden – interessant etwa für Haushalte mit vielen Bewohnern und Kindern, die viel Musik hören und dabei auf eine gute Klangqualität Wert legen.

Über ein Multiroom-System lässt sich die Musik in einem Zuhause raumweise abspielen (Bild: Pixabay).

Fazit: Grundsätzlich empfiehlt sich, beim Musik hören in Ihrem Zuhause bewusst auf die Klangqualität zu achten und welche Veränderungen das Umstellen von Möbeln auf die Tonqualität hat.

Darüber hinaus lesenswert: E-Ladestationen im Neubau: ein Praxis-Beispiel aus dem DÖRNBERG-Quartier in Regensburg.

Titelbild: Pixabay