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Buying real estate: tips for singles in Germany about managing the financial responsibilities of home ownership without a partner or family support.

Die Zinsen sind nach wie vor niedrig und immer noch gelten Immobilien aktuell als eine der vielversprechendsten Geldanlagen. Was liegt daher näher, als sich für den Kauf einer Eigentumswohnung oder den Erwerb eines Hauses zu entscheiden? Das denken sich auch immer mehr Singles – und suchen nach einer eigenen Wohnung. Allerdings müssen Unverheiratete beim Immobilienkauf nicht zuletzt aufgrund der geänderten Wohnkreditrichtlinien gut abgesichert sein und einige Punkte vor dem Erwerb in Erwägung ziehen.

Nicht zu klein kaufen

Zunächst gilt es, die eigene Lebensplanung zu überdenken. Die zur Selbstnutzung erworbene Wohnung sollte nicht zu klein sein. Wer sich ein 40 Quadratmeter-Apartment zulegt, steckt spätestens dann in Schwierigkeiten, wenn einige Jahre später ein Partner einziehen möchte. Deshalb sollte man genau prüfen, welcher Lebensstil der entsprechende ist und die Wohneinheit von vorne herein nicht zu klein wählen.

Verändern sich die Lebensumstände, so ist es zwar möglich, aus dem Finanzierungsvertrag auszusteigen, jedoch verlangen die Kreditinstitute dafür manchmal hohe Gebühren. Die Ausnahme sind Verträge, die bereits länger als zehn Jahre laufen. Eine weitere Möglichkeit kann in diesem Fall auch der Pfandtausch sein. Hierbei kann man ein bestehendes Hypothekendarlehen auf eine andere Immobilie übertragen. Dabei löscht die Bank die alte Grundschuld und überträgt sie auf das Grundbuch der neuen Immobilie. Nicht selten ist der Pfandtausch Ermessenssache und muss ausgiebig verhandelt werden. Auch kostet er Gebühren.

Mehr Spaß – und mehr Risiko

Alleinstehende haben beim Immobilienkauf zweifellos einige Vorteile: sie brauchen auf niemanden Rücksicht zu nehmen und können in Ruhe aussuchen, was ihnen gefällt. Das gilt in punkto Ausstattung, Größe, Schnitt und Lage der Wohnung. Allerdings müssen sie auch allein für die Finanzierung der Immobilie aufkommen. Deshalb muss gleich zu Beginn gewährleistet sein, dass sie die Hypotheken stemmen können. Die Finanzierung sollte sich daran orientieren. Gut ist, wenn die Eigenkapitalquote entsprechend hoch ist. Während man bei Verheirateten von einer Eigenkapitalquote von 30 Prozent ausgeht, liegt diese bei Singles ungleich höher. Finanzierungs-Experten empfehlen deshalb, dass Alleinstehende neben rund 30 Prozent des Kaufpreises auch die Kaufnebenkosten beisteuern. Je höher das Eigenkapital, desto moderater die spätere Kreditbelastung und desto mehr Sicherheit bedeutet das für den Käufer.

Besser Notgroschen als Sondertilgung

Nicht wenige Immobilien-Experten raten Singles zum Ansparen eines „Notgroschens“, sprich von Rücklagen. Diese können weitaus praktischer sein als die Beträge für Sondertilgungen. Denn im Falle von Arbeitslosigkeit oder längerer Krankheit ist somit gewährleistet, den Kredit weiter kontinuierlich abzahlen zu können. Des Weiteren ist es ratsam, spätestens vor dem Kauf der eigenen Immobilie, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Diese trägt in schwierigen Lebenssituationen dazu bei, dass der Ausfall des Einkommens kompensiert wird und die Hypothek getilgt werden kann.

Kapitalanleger: eine Nettojahreskaltmiete muss sein

Wer als Single eine Wohnung zur Kapitalanlage erwirbt, ist gut beraten, eine Nettojahreskaltmiete anzusparen, um auch im Fall von Mietausfällen finanziell entspannt leben zu können. Um längeren Mietausfällen vorzubeugen, ist es gut, von vorne herein den Lagefaktor zu berücksichtigen. Kaufen Sie nie in einer Wohnlage, die Ihnen persönlich nicht gefällt. Das Risiko, dass sich Ihre späteren Mieter dort ebenfalls nicht lange heimisch fühlen, ist sehr groß und spätere Mietausfälle sind dann nicht erstaunlich.

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Titelbild: pixabay