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A picture of new build property "„LP 491 Hanau“ from Hermann Immobilien with room-controlled ventilation system.

In zahlreichen Exposés zu Neubauprojekten auf unserem Portal ist in der Ausstattungsliste die „dezentrale oder zentrale kontrollierte Wohnraumlüftung“ genannt. Lesen Sie, was genau darunter zu verstehen ist und welche Art der Wohnraumlüftung für welches Gebäude geeignet ist.

Ziel jeglicher Wohnraumlüftung ist es, jederzeit eine gute Luftqualität herzustellen. Neben einem angenehmen Raumklima vermeidet die richtige Lüftung auch, dass sich Schimmel bildet. Natürlich lässt sich das durch häufiges und regelmäßiges Lüften erreichen. Nur ist das im Winter bei den wenigsten gegeben und eine kontrollierte Raumlüftung sorgt von selbst für den regelmäßigen Luftaustausch. Auch ist die Gefahr, dass Räume austrocknen oder gar auskühlen, bei dieser Lüftungsart kaum möglich.
Die Vorteile von Lüftungsanlagen liegen zum einen in der schnell und gezielt zu regelnden Lufttemperatur und zum anderen im Lärmschutz: wer geräuschempfindlich ist und bei geöffneten Fenstern nicht schlafen kann, für den kann eine Lüftungsanlage ideal sein. Über einen Nachteil sollte man sich jedoch im Klaren sein: Kontrollierte Lüftungsanlagen heben den Stromverbrauch an.

Gezielte Raumluftsteuerung im Neubau

Gerade in Neubau-Immobilien ist aufgrund der hohen Gebäudedichte eine automatische Luftzufuhr durch Ritzen, Fugen und Lecklagen nicht mehr gegeben. Umso wichtiger ist es deshalb, für kontinuierliche Belüftung zu sorgen. Bei der kontrollierten Wohnraumlüftung wird die Luftzirkulation mit Hilfe von externen Geräten erreicht. Diese sind nutzerunabhängig, heißt: Sie als Bewohner brauchen sich um den Luftaustausch nicht zu kümmern. Dafür jedoch um die Wartung der entsprechenden Geräte. Ergänzend zu den Ventilatoren, die bei der kontrollierten Belüftung eine Rolle spielen, werden häufig auch Filter eingesetzt, um Schadstoffe und Schmutzpartikel aus der Außenluft draußen zu lassen.

Zentrale und dezentrale Belüftung

Bei der zentralen Belüftung ist die Abluftanlage, welche es für diese Art der Wohnraumlüftung braucht, meistens an einer zentralen Stelle platziert. Die Luftaufnahme verläuft in der Regel über die Küche oder das Badezimmer. Bei Anlagen, die ergänzend über eine Wärmerückgewinnung verfügen, wird über das Lüftungsgerät an einem zentralen Ort sowohl die Zu- als auch die Abluft geleitet. Wärmetauscher sorgen dafür, dass die Wärme aus der Abluft an die Zuluft gegeben wird. Damit sich keine Bakterien langfristig festsetzen, muss diese Anlage regelmäßig gewartet und gereinigt werden. Auch die Filter sollten im regelmäßigen Abstand ausgetauscht werden.

Anders als bei der zentralen Lüftungsanlage, wo Abluft- und Zuluft über eine zentrale Stelle geleitet werden, hat bei der dezentralen Belüftung jeder Raum ein eigenes entsprechendes Gerät. Der Vorteil liegt hier darin, dass keine langen Leitungswege durch den gesamten Neubau geführt werden. Nachteil: jedes Gerät muss einzeln gewartet bzw. repariert werden. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass mehrere Geräte möglicherweise einen höheren Geräuschpegel erzeugen.
Um zu prüfen, wie luftdicht ein Raum wirklich ist, muss ein Blower Door Test gemacht werden. Auch dieses Wort finden Sie oft in Baubeschreibungen. Lesen Sie, was ein Blower Door Test ist.

Unser Titelbild stammt aus dem Neubauprojekt „LP 491 Hanau“ von Hermann Immobilien.