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Auch Neubau-Immobilien können von Schimmel befallen werden. In den allermeisten Fällen liegt der Grund in einer nicht ausreichenden Belüftung der Räume. Feuchte Luft kann nicht regelmäßig entweichen und lagert sich da ab, wo es am kühlsten ist: meistens sind das die Außenwände. Schimmel entsteht ab einer Luftfeuchtigkeit von ca. 60 Prozent. Um zu erkennen, wie hoch die Feuchtigkeit in einem Raum tatsächlich ist, lohnt sich ein Hydrometer. Dieses kostet zwischen ca. 10 Euro und 30 Euro und misst die Feuchtigkeit im Raum.

Sobald die Werte über 60 Prozent klettern, sollten Sie entsprechende Maßnahmen ergreifen und die heißen in den allermeisten Fällen: Heizen und Lüften.

Lüften nach der DIN-Norm

Verbraucherzentralen raten dazu, jeden Tag durch Stoßlüften von zwei gegenüber liegenden Fenstern mindestens dreimal für Durchzug in den Räumen zu sorgen. Gekippte Fenster bringen nichts, sie lassen warme Luft entweichen, ohne dass genügend frische Luft nachkommt.

Für das richtige Lüften hat das Deutsche Institut für Normung (DIN) sogar eine eigene Norm entwickelt: die DIN-Norm 1946-6. Diese schreibt vor, in der Zeit von Juli bis August Wohnungen und Häuser mindestens viermal täglich für 30 Minuten bei geöffneten Fenstern durchlüften zu lassen. Im Herbst und Frühjahr reichen bereits 20 Minuten. In der kalten Jahreszeit zwischen Dezember und Februar genügen 5 Minuten – dreimal täglich.

Berufstätige, die tagsüber wenig in der Wohnung sind, sollten morgens bevor sie das Haus verlassen, einmal länger stoßlüften und abends zweimal. Allerdings sollten sich die DIN-Angaben eher als Richtwerte verstehen lassen. Sie orientieren sich dem Nutzungsverhalten der Bewohner.

Richtig Heizen lohnt sich

Um ein angenehmes Raumklima zu halten, sollte die Temperatur in Räumen dauerhaft nicht unter 16 Grad Celsius fallen – auch in Zimmern, die nicht häufig genutzt werden. Die optimale Temperatur für Wohnräume liegt zwischen 19 Grad und 21 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit zwischen 35 bis 60 Prozent. Jeder Wert unter 16 Grad lässt die Wände extrem auskühlen und das fördert die Bildung von Schimmel.

Lassen Sie Ihre Neubauwohnung auch bei längerer Abwesenheit nicht auskühlen. Bei extremen Minusgraden reicht die Frostschutz-Einstellung – das Schneeflockensymbol – auf dem Regler nicht mehr aus. Dann sollte es schon „Stufe 2“ auf der Skala sein, damit der Raum genügend temperiert ist.

Eine Alternative: die Lüftungsanlage

Wer keine Zeit für regelmäßiges Lüften hat, profitiert unter Umständen vom Einbau einer Lüftungsanlage. Diese verbessert das Raumklima und sorgt für eine Durchlüftung und optimalen Luftaustausch des gesamten Neubaus.

Lüftungsanlagen sorgen den ganzen Tag für einen automatischen Luftaustausch im Raum. Allerdings arbeiten sie nur optimal in sehr gut abgedichteten Neubau-Immobilien.

Zentrale und dezentrale Lüftungsanlagen

Unterschieden wird zwischen zentralen und dezentralen Lüftungsanlagen.

Zentrale Anlagen arbeiten mit Hilfe von Ventilatoren, welche verbrauchte Luft aus Küche, Bad und WC abziehen. Über entsprechende Durchlässe in Wohn- und Schlafräumen strömt neue Außenluft in die gesamte Wohnung.

Anlagen dieser Art sind nicht billig und kosten zwischen 25 Euro und 45 Euro pro Quadratmeter. Es ist möglich, dezentrale Lüftungsanlagen mit einem Zuschuss der KfW Bank staatlich zu fördern. Dezentrale Lüftungsanlagen funktionieren nach demselben Prinzip, lüften jedoch immer nur einen Raum.

Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung

Noch einmal effizienter arbeiten Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. Diese sparen Heizkosten, da sie über einen Wärmetauscher verfügen, der die vorhandene Wärme in der Luft aufnimmt und die von Außen zugeführte Luft bereits „vorwärmt“, ehe sie in das Haus geleitet wird. Der Kostenpunkt für diese Anlage beläuft sich auf ca. 8.000 Euro.

Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung kommen häufig in energieeffizienten Neubau-Immobilien nach dem KfW-Standard zur Anwendung. Lesen Sie hier mehr dazu.

Titelbild: pixabay