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München

Die Nachfrage nach Wohneigentum in München ist unverändert hoch – und sorgt seit Jahren für steigende Immobilienpreise. Doch nicht nur Wohnimmobilien in München und Bayern werden teurer. Ganz Deutschland befindet sich in einer Preisspirale nach oben. Der „Postbank Wohnatlas“, den die Postbank in Verbindung mit dem Hamburger Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) jährlich veröffentlicht, beleuchtet den Wohnimmobilien-Markt in vielen Facetten. Die neueste Ausgabe der Studie von April 2020 zeigt: Nicht nur in Großstädten, auch auf dem Land sind für das Jahr 2019 drastische Preissprünge im Wohnimmobiliensegment zu verzeichnen. Wir geben Ihnen einen Einblick in die wichtigsten Ergebnisse der Studie.

Seit vielen Jahren beleuchten Marktforscher im „Wohnatlas“ der Postbank das Preisgefüge deutscher Wohnimmobilien – unter anderem, um daraus abzuleiten, wo sich ein Kauf noch lohnt. Das Verhältnis von Einkommen zu Miete wird ebenso fokussiert wie die Frage, wieviel Quadratmeter Wohneigentum sich die Menschen in ihrer Stadt – gemessen an Angebot, Nachfrage, Einkommen und Lebenshaltungskosten – leisten können. Der Trend ist eindeutig: Es ist keine Entspannung der Kaufpreise in Sicht, auch nicht in Regionen, die Kapitalanlegern früher als wenig aussichtsreich galten.

Ein hohes Kaufaufkommen dank niedriger Bauzinsen und immer knapper werdende Neubauflächen befeuern seit Jahren die Preise für Wohnungen, Ein- und Zweifamilienhäuser, Reihen- und Doppelhäuser– in fast ganz Deutschland. Da ist es keine Überraschung, dass die Marktforscher von Postbank und HWWI auch im „Wohnatlas 2020“ mit den Zahlen für das Jahr 2019 wieder wachsende Kaufpreise in mehr als 90 Prozent aller deutschen Landkreise und kreisfreien Städte verbuchten. Bayern und die bayerische Landeshauptstadt belegen in der Studie wieder viele Spitzenplätze.

Ein Traum am Ammersee: Einfamilienhaus LAGOM. Bild: Bauwerk Capital GmbH & Co. KG

Bundesweit zogen die Preise seit 2018 an: um inflationsbereinigte 9,3 Prozent. Der „Wohnatlas 2020“ zeigt aber noch etwas allzu deutlich: Preissteigerungen betreffen inzwischen nicht mehr in erster Linie die großen Städte. Auf dem Land zeichnen sich in einigen Regionen ebenfalls drastische Preissteigerungen ab.

München: Top 1 der teuersten Immobilienregionen

München steht seit Jahren unangefochten an der Spitze der teuren Wohnpflaster, und das hat sich auch 2019 nicht geändert. Mit 8.079 Euro pro Quadratmeter haben die Kaufpreise für Wohneigentum in der bayerischen Landeshauptstadt nun auch die 8.000 Euro-„Schallmauer“ durchbrochen. Der Durchschnittspreis stieg damit gegenüber 2018 um 6,19 Prozent. Während 2016 für eine Wohnimmobilie durchschnittlich 6149 Euro/m² bezahlt werden mussten, waren 2017 schon 6789 Euro für den Quadratmeter fällig. Seit 2018 steigen die Preise noch rasanter: In diesem Jahr lagen die Durchschnittspreise schon bei 7509 Euro und kletterten im letzten Jahr schließlich noch einmal um 570 Euro/m². Das ist ein Preisanstieg gegenüber 2016 um 31 Prozent – allerdings nicht inflationsbereinigt.

Blickt man auf Frankfurt am Main, zeigt sich, dass der Kauf einer Immobilie dort noch weitaus günstiger ist. Dort lag der durchschnittliche Quadratmeterpreis im Jahr 2019 im Wohnsegment bei 5.687 Euro. Die Analysten beobachteten in dieser Region allerdings den steilsten Preisanstieg: um 11,04 Prozent.

Platz 3 bei den teuersten deutschen Immobilienstädten belegt Hamburg: Dort kostet der Quadratmeter Wohnraum im Durchschnitt 5.054 Euro. Berlin, ist auf Aufholjagd: Mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 4.639 Euro besetzt unsere Bundeshauptstadt den 4. Platz und hat bei den Wohnraum-Kaufpreisen 2019 sogar erstmals Stuttgart hinter sich gelassen. Die Hauptstadt des Ländles liegt mit durchschnittlich 4.589 Euro für den Wohnquadratmeter allerdings nur knapp unter dem Preisniveau Berlins.

Die Metropolregion Rhein-Ruhr ist ebenfalls mit zwei Städten im Ranking der sieben teuersten Städte Deutschlands vertreten. Die Kaufpreise in Düsseldorf, das Platz 6 belegt, haben inzwischen im Mittel 4.118 Euro/m² erreicht, während Köln mit durchschnittlich 3.967 Euro/m² und auf Platz 7 das Schlusslicht bildet.

Die teuersten Landkreise Deutschlands

Deutschlands zehn teuerste Landkreise sind fast vollkommen in bayerischer Hand. Die Ausnahme und gleichzeitig den teuersten Flecken Deutschlands bildet der Landkreis Nordfriesland. Dazu gehören beliebte Ferienorte wie St. Peter Ording und Inseln Sylt, Föhr und Amrum.

Nordfriesland – hier Amrum – zählt zu den teuersten Immobilienregionen Deutschlands. Bild: pixabay

2019 bezahlten Käufer dort für den Quadratmeter Wohneigentum im Mittel 6.452 Euro. Ebenfalls über der 6.000 Euro-Marke liegen die mittleren Kaufpreise für Wohnimmobilien in Miesbach, Starnberg und dem Landkreis München. Freising liegt mit 4.949 Euro für den Quadratmeter Wohnraum zwar deutlich darunter, bildet aber mit Nordfriesland den Spitzenreiter unter den Landkreisen mit den steilsten Preisanstiegen innerhalb eines Jahres: In der Domstadt legten die durchschnittlichen Kaufpreise gegenüber 2018 um 10,99 Prozent zu, in Nordfriesland sogar um 14,06 Prozent.

Die teuersten Regionen in Deutschland 2019 in Euro/m²

Die teuersten Landkreise gruppieren sich um Metropolen oder begehrte Ferienorte, die schon seit Jahren zu den preisintensivsten Flecken Deutschlands gehören. Doch stellen diese auch die Regionen mit den höchsten Preisanstiegen? Nein!

Brandenburg überrascht mit steilen Preisanstiegen

Von der Preisspirale besonders stark erfasst wurden drei Landkreise in Brandenburg. Den deutschlandweit stärksten Preisanstieg verzeichnete die Uckermark mit einem Plus von mehr als 48 Prozent (inflationsbereinigt). Um knapp 42 Prozent schnellten aber auch die Quadratmeterpreise im Landkreis Elbe-Elster in die Höhe.

Neubau in Brandenburg: Orangerie am Tiefer See. Bild: WFS – Welthaus Living GmbH & Co KG

In Frankfurt (Oder) wurde Wohneigentum um gut ein Drittel teurer. Anders als früher sind es also 2019 eher die eher dünn besiedelten Regionen oder Städte mit wenigen Immobilienangeboten, die das vordere Feld besetzen.

Top 5 der Regionen mit den stärksten Preisanstiegen in Deutschland 2019

Immobilienexperten sind von dieser Entwicklung nur zum Teil überrascht. Gerade Brandenburg liegt bei Kaufinteressenten bereits seit Jahren im Trend. Bisher war Wohneigentum dort noch verhältnismäßig bezahlbar und viele Orte präsentieren sich mit einer guten, familienfreundlichen Infrastruktur – und das nicht weit von Berlin. Die fünf weiteren Plätze im Preisanstiegs-Vergleich belegen Wunsiedel (Bayern), der Rhein-Hunsrück-Kreis (Rheinland-Pfalz), der Schwalm-Eder-Kreis sowie Waldeck-Frankenberg (Hessen). Das Schlusslicht in diesem 10er-Ranking bildet das bayerische Neustadt a. d. Waldnaab. Hier werden Durchschnittspreise zwischen 1150 Euro/m² und 1974 Euro/m² aufgerufen – mit Preissteigerungen von 28 bis 33 Prozent.

Ein Markt im Wandel

Dass Trends und Prognosen dank der hohen Nachfrage an unserem angespannten Immobilienmarkt auch schnell überholt sein können, zeigt die Uckermark. 2019 führt sie die Städte und Regionen bei den „stärksten Preisanstiegen“ an – mit Abstand. Blickt man aber auf die Studienergebnisse des „Wohnatlas 2017“, zeigt sich da noch ein anderes Bild. Damals belegte die Uckermark Platz 10 bei den verlustreichsten Regionen. Dort sollte sich laut Prognose ein Investment in eine Immobilie also eher weniger lohnen. So können sich Perspektiven angesichts einer hohen Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum ändern!

Wir werden auch weiterhin die Trends und Perspektiven des deutschen Immobilienmarkts beobachten und Sie auf dem Laufenden halten. Denn eins ist sicher: Immobilienzahlen sind immer wieder spannend und auch mal für eine Überraschung gut. Auf der Website der Postbank finden Sie noch weitere Informationen zu den Ergebnissen der Studie „Postbank Wohnatlas 2020“.

Für den Kauf einer Immobilie ist die Lage häufig entscheidend – besonders für Kapitalanleger. Lesen Sie, weshalb „C“-Städte das beste Rendite-Risiko-Verhältnis bieten

Titelbild: pixabay