| Finanzierung

Ein Immobilienkauf ist für die meisten von uns eine „große Sache“, die wohlüberlegt ist. Die überwiegende Mehrzahl der Neubauwohnungen und Häuser werden über viele Jahre finanziert. Abgesehen von der Zinsentwicklung, die niemand wirklich vorhersagen kann, gibt es eine Reihe weiterer Punkte, die uns in der Zukunft erwarten können. Deshalb ist es gut, sich auch mit plötzlich eintretenden Risiken im Vorfeld zu beschäftigen und sich so gut wie möglich abzusichern.

Restschuldversicherung: zahlt nicht immer

Eine Restschuldversicherung zum Beispiel kann bei plötzlichem Jobverlust oder einem Unfall des Versicherten einspringen. Sie kann dazu beitragen, dass Ihr Partner/Partnerin auch bei einem Verdienstausfall Ihrerseits die Raten zur Finanzierung weiter begleichen kann. Außerdem gilt sie als „Kreditsicherheit“ und kann an die Bank abgetreten werden. Es gibt bereits Restschuldversicherungen ab ca. 4 Euro. Allerdings – und das ist ein großer Nachteil dieser Versicherungen: die Klauseln können mitunter sehr trickreich sein und eine Zahlung im Fall der Fälle ist damit nicht immer gewährleistet. Deshalb erwägen nicht wenige Käufer Alternativen.

Versicherungen zur Risikovorsorge

Eine davon ist die Berufsunfähigkeitsversicherung. Diese kann – wenn die Laufzeit frühzeitig beginnt oder der Beitrag entsprechend hoch angesetzt ist – dazu beitragen, dass laufende Kosten auch bei der Immobilienfinanzierung entsprechend abgedeckt werden können.

Eine weitere Möglichkeit der Risikovorsorge beim Immobilienkauf ist die Risikolebensversicherung. Diese zahlt im Todesfall des Versicherten eine vorab vereinbarte Summe aus und kann so dazu beitragen, dass ein Immobilienkredit von den Hinterbliebenen abgezahlt werden kann. Die Höhe der Schadenssumme richtet sich nach individuellen Lebensumständen. Sie sollte jedoch mindestens das Dreifache des Jahres-Bruttoeinkommens betragen.

Sichere Rücklage: das finanzielles Polster

Last but not least sind es die eigenen Rücklagen, auf die Immobilienkäufer und ihre Familien am meisten zurückgreifen, wenn es eng wird. Ein finanzielles Polster ist in der Regel unabhängig von „Vertragsklauseln“ und meistens schnell zur Hand. Finanzierungsexperten empfehlen eine Rücklage in Höhe von drei bis fünf Netto-Monatsgehältern. Damit lässt sich so manche Immobilie schon ein Jahr oder länger finanzieren und danach kann bereits „Land in Sicht“ sein was Lebensperspektiven betrifft.

Auch wenn man nicht gleich vom Schlimmsten ausgehen sollte, lohnt es sich auch für ausgemachte Optimisten, bereits vor dem Immobilienkauf einen Realitäts-Check anzusetzen und genau zu prüfen, in welchem finanziellen Rahmen sich bewegt wird. Das erhöht die Lebensqualität, denn es bringt mögliche Fallstricke beim Kauf schon zu Beginn aus dem Spiel.

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Titelbild: pixabay