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Title picture from new build property development project 'Living 138' von PROJECT Immobilien Hamburg, depicting an open-plan living-dining area home design concept.

Wer aktuell den Immobilienmarkt beobachtet, dem fallen Trends wie „Offene Wohn-Essbereiche“, „Medienzimmer“ und immer mehr Immobilien für Senioren auf. Wir stellen nachfolgend wesentliche Trends in diesen Bereichen vor.

Wer clever ist, investiert in eine Seniorenwohnung. Damit werben zurzeit immer mehr Immobilienmakler. Dahinter steckt weit mehr als ein Werbeslogan:

Auf die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft muss auch die Bauwirtschaft reagieren. Die Nachfrage nach barrierefreiem und damit seniorengerechtem Wohnraum wird in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren massiv zu nehmen. Noch wird dieser Trend von den meisten Bauträgern ignoriert, da die Käufer-Zielgruppe meist in einem Lebensalter ist, in dem altersbedingte Einschränkungen noch weit weg erscheinen.

Dennoch wird es hier in den nächsten Jahren zu einem Bewusstseinswandel kommen. In Metropolen wie Berlin und Stuttgart zum Beispiel fehlen schon jetzt Tausende von Seniorenwohnungen und die Lage wird mit zunehmendem Ansteigen des Bevölkerungsanteils über 60 immer prekärer.

Davon abgesehen, beobachten Trendforscher im Immobilienbereich derzeit, dass die Verschmelzung von Räumen zunimmt. Das zeigt sich nicht nur beim Thema „Offene Wohn-Essbereiche“, sondern auch bei Bädern, die häufig direkt an Schlafzimmer anschließen.

Küche und Wohnzimmer verschmelzen

Die strikte Trennung von »Kochen« und »Wohnen« gehört der Vergangenheit an. Die Vorstellung, dass sich die Hausfrau jeden Tag in die Küche zurückzieht, die Türe hinter sich schließt, um einige Zeit später mit der fertigen Mahlzeit wieder herauszukommen, hat sich endgültig überlebt.

Kochen wird immer mehr vom »notwendigen Übel« zum gemeinsamen Erlebnis für Familie und Freunde. Die diversen TV-Kochshows spiegeln diesen Trend wider. Entsprechend werden auch die Grundrisse in Neubauwohnungen und Häusern angepasst. Die Küche befindet sich mitten im Raum, nicht selten gruppiert sich davor eine kleine Theke. Unmittelbar im Anschluss ist der Wohnbereich angesiedelt: die Wege zwischen Herd und Couch sind kurz geworden.

Der Esstisch gewinnt an Bedeutung

Die klassische Sitzgruppe im Wohnzimmer wird unwichtiger, denn der Esstisch wird zunehmend zum Lebensmittelpunkt der Familie, als der Ort, wo die Familie zusammenkommt. Der Ort, an dem man abends mit Freunden zusammensitzt, die Kinder ihre Spielsachen ausbreiten und Hausaufgaben gemacht werden. Die wuchtigen Wohnzimmer-Couch-Landschaften sind ein Relikt der 80er-Jahre. In kleineren Wohnungen wird auf ein Wohnzimmer im klassischen Sinne oftmals schon ganz verzichtet.

Schlafzimmer und Bad werden eine Einheit

Vom Schlafzimmer quer über den Gang ins Badezimmer laufen, auf dem Weg dorthin über die Spielsachen der Kinder stolpern – das will niemand mehr! In modernen Grundrisskonzepten sind die Bäder deshalb direkt von den Schlafzimmern aus erreichbar.

Doch die Entwicklung in diesem Bereich geht noch weiter: Schlaf- und Badezimmer werden eine Einheit, verschmelzen zu einem privaten Wohlfühl- und Rückzugsraum. Die strikte Trennung zwischen Nass- und Schlafbereich wird zumindest im Luxussegment mehr und mehr verschwinden. Der Trend ist heute schon bei einigen Hotel-Neubauten (z. B. Grand Hyatt Berlin) zu sehen und findet sich in immer mehr aktuellen Exposés wider.

Das Wohnzimmer wird zum Medienzimmer

Das Wohnzimmer in seinem ursprünglichen Sinne wird verschwinden zugunsten eines multifunktionalen Raumes, der je nach Bedarf als »Familien-Kino«, »Gaming-Area« oder Lese- und Ruhezimmer genutzt werden kann. Der Fernseher als optischer Mittelpunkt des Raumes wird ausrangiert und ersetzt durch flache Displays an den Wänden und mobil einsetzbare und kabellose Beamer.

»Always on, always connected«

Zugang zum Internet gab es bis Mitte der 2000er-Jahre nur in »Papas Arbeitszimmer«. Mittlerweile gilt: Internet ist immer und überall in ausreichender Bandbreite zu geringen Kosten verfügbar: nicht nur für klassische Büroanwendungen, sondern für alle Bereiche der Unterhaltung wie Musik, TV, Video und Gaming. Wohnungen ohne Zugang zum Breitband-Internet (z. B. in abgelegenen Regionen) sind praktisch schon jetzt unverkäuflich.

Top oder Flop: Das “intelligente Haus” bietet Vorteile im Bereich Sicherheit, aber wird der Trend sich dauerhaft etablieren können? Lesen Sie mehr über das “vernetzte Eigenheim”.

Titelbild aus dem Neubauprojekt: Living 138. Bild: PROJECT Immobilien Hamburg