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Tipps für den Dachausbau

Neubau-Häuser sind ausbaufähig. Insbesondere gilt das für das Dachgeschoss. Mancher Bauträger nennt das in seinem Exposé „Dachausbau zur Reserve“. Diese Häuser sehen in der Baubeschreibung einen späteren Ausbau des obersten Geschosses bereits vor. In der Regel sind sie mit stärkeren Holzbalken und einer solideren Statik ausgestattet. Unabhängig von diesen „Reserven“ entscheiden sich Käufer später zum Ausbau des Dachgeschosses.

Das kann mehrere Gründe haben: manchmal wird ein Home Office gebraucht, manchmal ein neues Kinderzimmer oder ein Studio zur Entspannung. Wie auch immer: wer sein Dachgeschoss ausbauen möchte, muss einige Dinge beachten.

Ohne Genehmigung geht nichts

Zunächst gilt es, eine Genehmigung für den Ausbau einzuholen. Dazu muss ein Bauantrag zum Dachgeschossausbau bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde (zu finden in der Gemeinde- bzw. Stadtverwaltung) gestellt werden. Die gesetzlichen Vorgaben zum Ausbau sind nicht bundesweit einheitlich. Auskunft über die Vorgaben im jeweiligen Bundesland erteilt die zuständige Baubehörde am Wohnort. Nachdem Sie die gesetzliche Freigabe zum Ausbau erhalten haben, geht es an die bauliche Prüfung. Hier checken Bauexperten die Statik des Hauses. Denn das Gebäude muss ein zusätzliches Geschoss erst einmal „verkraften“. Der Dachstuhl muss fähig sein, seine eigene Last ebenso „stemmen“ zu können wie das Gewicht des Deckungsmaterials (u.a. Wärmedämmung und Schalung) und mögliche Schneemengen. Auch prüfen Experten, ob das Haus mit ausgebautem Dachgeschoss starken Stürmen standhalten kann. Des Weiteren sind Brand-, Blitz- und Schallschutzmaßnahmen wichtig. Diese variieren ebenfalls von Bundesland zu Bundesland und können beim jeweiligen Bauamt mit erfragt werden.

Zentraler Punkt: die Fenster

Neben Statik und Brandschutzauflagen prüfen Bauexperten im Vorfeld, ob der Ausbau des Dachgeschosses genügend großen Wohnraum schaffen kann. Über die Hälfte der Wohnfläche sollte ca. 2,30 Meter hoch sein. Klären Sie im Vorfeld auch, ob die Aufteilung der Räume sofern es mehrere sind – in Leichtbauweise oder mit massiven Wänden erfolgen soll. Ebenfalls ein zentraler Punkt ist der Lichteinfall. Dachfenster können eine bis zu dreimal höhere Lichtausbeute gewährleisten als herkömmliche Fenster. Je höher sie angebracht sind, desto mehr Licht fällt ein.

Gauben hingegen können durch ihre Seitenwände den Einfall des Tageslichts behindern. Gauben sind im Gegensatz zu Dachfenstern eigens zu genehmigen, da sie die Optik des gesamten Hauses verändern.

Achtung: neue Dämmungsvorgaben

Im Rahmen der regelmäßigen Vorgaben zur Energieeinsparverordnung (EnEV) werden auch die Vorschriften zur Gebäudedämmung sukzessive verschärft. Die oberste Geschossdecke muss ausreichend gedämmt sein und darf einen U-Wert von 0,24 W/ m²*K nicht überschreiten. Ein Tipp: bauen Sie Ihr Dach nach den Vorgaben zukünftiger Effizienzstandards aus. Ein energetisch hochwertiger Ausbau kostet zwar zunächst mehr – teurer jedoch dürften die Nachrüstungen werden, wenn der Energiestandard nur wenige Monate nach Abschluss der Arbeiten wieder überholt ist.

Kosten für den Dachausbau

Die Kosten für einen nachträglichen Ausbau des Daches sind variabel: je nachdem, ob ein einzelnes Zimmer im Dach oder eine komplette Wohneinheit mit Bad geplant sind, liegen sie zwischen ca. 5.000 und 50.000 Euro. Gehen wir beispielsweise von einem Ausbau zwischen 45 m² bis 50 m² aus, so entfallen groben Schätzungen zufolge Kosten um die 13.000 Euro. Diese Summe entfällt auf die Wärmedämmung, den Einbau von Heizung und Heizkörpern, Dachfenstern, Elektroinstallationen und – sofern noch nicht vorhanden – den Einbau einer zusätzlichen Treppe. Hinzu kommen Kosten für den Einbau und das Material von Türen und Zwischenwände sowie für Tapezierarbeiten und Böden.

Ein zentraler Kostenfaktor entfällt auf die entsprechenden Fenster im Dachgeschoss. Lesen Sie, was qualitativ hochwertige Fenster ausmacht.

Titelbild: pixabay