Vom Kaufhaus zum Zukunftsquartier: Was passiert mit dem ehemaligen Luxuskaufhaus Galeries Lafayette in Berlin? 

Vom Kaufhaus zum Zukunftsquartier: Was passiert mit dem ehemaligen Luxuskaufhaus Galeries Lafayette in Berlin? 

Das ehemalige Kaufhaus Galeries Lafayette in Berlin wird zum Mixed-Use-Quartier „Lumina“: Bis 2027 entsteht hier im Zuge einer umfassenden Modernisierung ein neues, facettenreiches Nutzungskonzept mit Büros, Gastronomie und Wohnen. 

Warum wurde das ikonische Galeries Lafayette in Berlin geschlossen? 

Als die Galeries Lafayette im Sommer 2024 ihre Türen an der Berliner Friedrichstraße schloss, endete nicht nur ein Kapitel Einzelhandelsgeschichte – es entstand auch eine spürbare Leerstelle im Herzen der Hauptstadt. Fast drei Jahrzehnte lang hatte das französische Luxus-Kaufhaus das „Quartier 207“ geprägt: als architektonisches Statement, als Einkaufsdestination und als Symbol für den Aufbruch der Innenstadt nach der Wiedervereinigung.  

Galeries Lafayette Berlin
Die Neugestaltung des ikonischen Galeries-Lafayette-Gebäudes zum Mixed-Use-Quartier „Lumina“ prägt die Zukunft der Friedrichstraße in Berlin. © Ateliers Jean Nouvel

Der vom französischen Star-Architekten Jean Nouvel 1996 entworfene Bau mit seiner spektakulären Glasarchitektur und dem ikonischen Lichtkegel war weit mehr als ein Warenhaus. Schon zur Eröffnung zog das Gebäude große Aufmerksamkeit auf sich: Hunderte Menschen standen Schlange, um den ersten und bis heute einzigen Standort der französischen Warenhauskette in Deutschland zu besuchen. Auf rund 8.000 Quadratmetern bot das Haus exklusive Mode und gehobene Gastronomie – und entwickelte sich schnell zu einer der prominentesten Adressen der Stadt. Er war Bühne, Erlebnisraum und internationaler Anziehungspunkt zugleich.  

Doch veränderte Konsumgewohnheiten, rückläufige Besucherzahlen und der Wandel im stationären Einzelhandel führten schließlich zur Schließung – und ebneten zugleich den Weg für eine Neuausrichtung, die sinnbildlich für den Wandel der gesamten Friedrichstraße steht. 

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Was steckt hinter dem neuen Konzept „Lumina“ in Berlin-Mitte? 

Mit dem Modernisierungsprojekt „Lumina“ beginnt nun die nächste Phase – und sie steht für eine grundlegende Transformation. Der Name, abgeleitet vom lateinischen lumen (Licht), ist dabei mehr als nur ein Label: Er beschreibt das zentrale architektonische und inhaltliche Leitmotiv der Neugestaltung. 

Lumina Dachterrasse
Arbeiten, Entspannen, Begegnen: Die Dachterrasse im Mixed-Use-Quartier „Lumina“ steht für neue urbane Aufenthaltsqualität. © Render Vision

Wo früher Mode, Delikatessen und Bücher das Angebot bestimmten, entwickelt der Eigentümer Tishman Speyer derzeit ein Mixed-Use-Quartier, das Arbeiten, Wohnen und Freizeit harmonisch miteinander verbindet. Insgesamt entstehen rund 37.000 Quadratmeter Mietfläche, davon etwa 29.400 Quadratmeter für Büros. Zudem wird es rund 4.800 Quadratmeter für Einzelhandel, Gastronomie und Fitness sowie etwa 930 Quadratmeter für Wohnfläche geben. Das zukunftsweisende Konzept umfasst zudem eine Fahrradgarage mit Umkleiden sowie ein umfassendes Serviceangebot, das auf die Anforderungen moderner Arbeitswelten ausgerichtet ist.

Ein Highlight des Revitalisierungsprojekts ist die begrünte Dachterrasse mit Blick über die Berliner Innenstadt – eine urbane Oase, die das Arbeiten mit hoher Aufenthaltsqualität verbindet. 

Wie wird die Architektur des Quartier 207 neu interpretiert? 

Trotz der umfassenden Transformation bleibt die äußere Hülle des Gebäudes erhalten – ein bewusstes Bekenntnis zur architektonischen Identität des Ortes. Im Inneren gestalten die Entwickler das Gebäude nahezu komplett neu.

Im Zentrum des Umbaus steht die spektakuläre Neuinterpretation des sogenannten „Light Well“: Der gläserne Lichtkegel, einst prägendes Herzstück des Kaufhauses, wird vergrößert und um 180 Grad gedreht. So durchflutet Tageslicht künftig über sieben Ebenen hinweg das Gebäudeinnere. Der neu inszenierte Lichthof wird zur kommunikativen Mitte – ein Ort für Begegnungen, Veranstaltungen und informellen Austausch. 

Lichtkegel Lumina
Das Herzstück von „Lumina“: Der ikonische Lichtkegel wird vergrößert und bringt künftig noch mehr Tageslicht ins Gebäude. © Ateliers Jean Nouvel

Welches Unternehmen zieht in das ehemalige Lafayette-Gebäude in Berlin ein? 

Ein Projekt dieser Größenordnung braucht einen starken Ankermieter – und den hat „Lumina“ nun gefunden. Die Bertelsmann-Tochter BMG wird hier ihr Headquarter etablieren.

Dass künftig ein globales Musikunternehmen hier einzieht, ist kein Zufall: Es steht für den Wandel des Standorts – weg vom klassischen Konsumtempel, hin zu einem kreativen und modernen Arbeitsumfeld mit internationaler Ausstrahlung. 

Für BMG ist der Umzug ein strategisches Signal: Das Unternehmen setzt gezielt auf einen Standort, der architektonisch und kulturell eng mit Berlin verknüpft ist – einer Stadt, die als internationale Musik- und Kreativmetropole gilt. 

Lumina Berlin: Die wichtigsten Fakten im Überblick 

Kategorie

Projektname

Standort

Vorherige Nutzung

Eigentümer/Projektentwickler

Nutzungskonzept

Gesamtfläche

Hauptmieter

Fertigstellung

Architektur

Details

Lumina

Friedrichstraße, Berlin-Mitte (ehem. Quartier 207)

Galeries Lafayette

Tishman Speyer

Mixed-Use (Büro, Gastronomie, Einzelhandel, Wohnen)

ca. 37.000 m²

BMG (Bertelsmann)

geplant Q1 2027

Jean Nouvel (Bestandsgebäude)

Wie steht das Projekt „Lumina“ für den Wandel der Berliner Friedrichstraße? 

Die Umgestaltung des ehemaligen Lafayette-Gebäudes ist Teil einer größeren Entwicklung: Die Friedrichstraße befindet sich im Wandel. Leerstände, veränderte Nutzungsanforderungen und neue städtebauliche Konzepte stellen die traditionsreiche Einkaufsstraße vor Herausforderungen – eröffnen zugleich jedoch neue Perspektiven

Gemischt genutzte Quartiere wie „Lumina“ könnten dabei eine zentrale Rolle spielen. Sie beleben die Quartiere neu, schaffen vielfältige Nutzungsanlässe und fördern die funktionale Durchmischung – ein entscheidender Baustein für zukunftsfähige, resiliente Innenstädte

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Moderne Arbeitswelten treffen auf ikonische Architektur: Der gläserne Lichtkegel bildet den Mittelpunkt des Mixed-Use-Projekts. © Ateliers Jean Nouvel

Wann wird das neue Quartier „Lumina“ in Berlin fertiggestellt?  

Die Fertigstellung des Projekts ist aktuell für das erste Quartal 2027 geplant. Bis dahin entsteht ein zukunftsorientiertes Stadtquartier, das die historische Bedeutung des Ortes mit den Anforderungen moderner Innenstädte verbindet. Es steht beispielhaft für den Wandel urbaner Zentren.

FAQs zum Projekt „Lumina“ in Berlin 

1. Was ist „Lumina“ in Berlin? 
„Lumina“ ist das neue Mixed-Use-Quartier im ehemaligen Gebäude der Galeries Lafayette an der Friedrichstraße. Es vereint Büros, Gastronomie, Einzelhandel, Fitnessangebote und Wohnen. 

2. Warum hat die Galeries Lafayette in Berlin geschlossen? 
Hauptgründe waren veränderte Konsumgewohnheiten, sinkende Kundenfrequenzen und der strukturelle Wandel im stationären Einzelhandel. 

3. Wer ist der Hauptmieter im neuen „Lumina“-Gebäude? 
Die Bertelsmann-Tochter BMG wird dort ihr globales Headquarter einrichten. 

4. Was passiert mit der Architektur des Gebäudes? 
Die äußere Hülle bleibt erhalten, während das Innere umfassend modernisiert wird. Der ikonische Lichtkegel wird neu interpretiert und stärker in das Nutzungskonzept integriert. 

5. Wann eröffnet „Lumina“? 
Die Fertigstellung ist derzeit für das erste Quartal 2027 geplant. 

Title Image:   © Ateliers Jean Nouvel

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