Was wird aus dem Kaufhof am Stachus in München?

Was wird aus dem Kaufhof am Stachus in München?

Der ehemalige Kaufhof am Stachus in München wird bis voraussichtlich 2026 zu einem Mixed-Use-Gebäude mit 23.000 m² umgebaut. Geplant sind Einzelhandel, Gastronomie, Büros, Coworking-Spaces, ein Boutique-Hotel und eine öffentliche Dachterrasse im 9. Stock. Der denkmalgeschützte Bau aus den 1950er-Jahren wird dabei behutsam modernisiert und um eine vertikale Lichtöffnung ergänzt.

Für den ehemaligen Kaufhof am Stachus in München bricht eine neue Ära an. In den 50er-Jahren ein Symbol für Optimismus und Fortschritt, wird das Bauwerk nun im Rahmen eines ambitionierten Umbauprojektes renoviert, um seinen einstigen Glanz wiederzuerlangen. Angesichts der aktuellen Herausforderungen, denen die Innenstädte gegenüberstehen und der dringenden Notwendigkeit einer Innovation im Einzelhandel erwartet die Stadt gespannt die Realisierung des Projektes. Erfahre in diesem Artikel alles über die detaillierten Pläne für die Umgestaltung des ehemaligen Kaufhofs am Stachus in München!

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Welche Geschichte hat der Kaufhof am Stachus?

Der Kaufhof am Stachus, ein traditionsreiches Wahrzeichen Münchens, blickt auf eine über 70-jährige Historie zurück. Das Warenhaus erlebte nach seiner Einweihung im Jahr 1951 eine prächtige Zeit – und seine Besitzer waren stolz darauf, die allererste Rolltreppe der Stadt zu präsentieren. Da der Erfolg des Kaufhauses schnell einschlug, wurde nach und nach immer mehr umgebaut und ergänzt. Bereits sechs Jahre nach der Eröffnung erweiterte man das Gebäude auf dem benachbarten Grundstück. Stolze sieben Um- und Ausbauten wurden innerhalb der letzten 60 bis 70 Jahre realisiert.

Bringen wieder mehr Glanz in die Münchner City: die neuen Pläne für den ehemaligen Kaufhof am Stachus. Bild: Steidle Architekten.

Seit dem Auszug von Galeria im Jahr 2022 – zwei Jahre nach der ersten Insolvenz von René Benkos Galeria-Karstadt-Kaufhof-Konzern (GKK) – steht das Gebäude leer. Die Familie Zechbauer, langjähriger Miteigentümer des Kaufhauses seit dessen Errichtung, hat nun beschlossen, den denkmalgeschützten Bau für die kommenden Jahrzehnte fit zu machen. Nach sorgfältiger Überlegung beauftragten sie das renommierte Münchner Architekturbüro Steidle Architekten in Zusammenarbeit mit Jühling & Köppel Landschaftsarchitekten damit, eine neue Nutzung für das Gebäude zu planen. Der neue Entwurf zeigt sich ambitioniert – im Fokus steht jedoch kein klassisches Kaufhaus mehr. Stattdessen ist eine flexible Nutzung auf insgesamt 23.000 m2 vorgesehen.

Was wird aus dem ehemaligen Kaufhof am Stachus?

Das Objekt soll zu einem vielseitigen Ort werden, der das Herz der Stadt aufs Neue erstrahlen lässt und der den sich wandelnden Bedürfnissen der Stadt gerecht wird. Realisiert wird eine lebendige Mischung aus Geschäften, Büros, Konferenzräumen und einem Boutique-Hotel. Die Herausforderung liegt darin, sowohl die Fassade als auch die bisher unentdeckte Stahlbetonkonstruktion im Gebäudeinneren zu berücksichtigen. Teile der Stahlkonstruktion werden bei der Erneuerung freigelegt, um die Einzigartigkeit des Bauwerks für die Münchner erlebbar zu machen.

Skizze für den neuen Kaufhof
Mit einem verglasten Sockel, einem abgerundeten 1. Obergeschoss und einer filigranen Fassade zeigt sich der alte Kaufhausanbau elegant und zeitlos. Bild: Steidle Architekten.

Wie sieht das Umbau-Konzept für den Kaufhof aus?

Bei der Neugestaltung des ehemaligen Kaufhofs sind einige Umbauten erforderlich: Um Tageslicht in das teilweise 33 Meter tiefe Bauwerk zu bringen, ist geplant, eine vertikale Öffnung vom achten bis zum vierten Obergeschoss einzurichten. Nach oben hin wird dieser Lichthof breiter und soll eine optische Verbindung zwischen den verschiedenen Ebenen herstellen. Die dadurch entstehenden Leerstellen sollen durch zusätzliche Aufstockungen im hinteren Teil kompensiert werden. Dadurch erhöht sich die Höhe des Gebäudes leicht, während die Gesamtfläche nahezu unverändert bleibt.

Die Umgestaltung des Kaufhof-Gebäudes am Stachus in München
Der neue Kaufhof am Stachus soll den städtischen Lebensraum bereichern und zum neuen Wahrzeichen Münchens werden. Bild: Steidle Architekten

Im Erd- und Untergeschoss ziehen Gastronomie und Einzelhandel ein. Das erste Obergeschoss des Gebäudes, das lange Zeit mit verhängten Glasfronten versehen war, wird neu gestaltet. Geplant sind hier Coworking-Bereiche, Meeting- und Konferenzräume und ein Kulturraum. Die höheren Stockwerke bieten Raum für Büros. Im obersten Geschoss ist Platz für ein Hotel und ein Restaurant vorgesehen.

Etage

Untergeschoss

Erdgeschoss

1. Obergeschoss

2.-7. Obergeschoss

8. Obergeschoss

9. Obergeschoss (Dach)

Geplante Nutzung

Gastronomie, Einzelhandel

Gastronomie, Einzelhandel

Coworking, Meetingräume, Kulturraum

Büroflächen

Boutique Hotel, Restaurant

Öffentliche Dachterrasse mit Café

 

Gibt es eine öffentliche Dachterrasse im neuen Kaufhof?

Ein Highlight des Projektes ist die geplante öffentliche Dachterrasse im 9. Stock, die über einen Aufzug von der Schlosserstraße aus zugänglich ist und einen atemberaubenden Panoramablick über die City sowie einen schönen Ort zum Entspannen verspricht. On top wird hier ein Café in einen gläsernen Wintergarten mit einer großzügigen Raumhöhe von 4,8 Metern integriert sein. Um eine ruhige Atmosphäre zu schaffen, werden die Fenster harmonisch angeordnet sein.

Café in einem Wintergarten
Auf das Dach und im geplanten Wintergarten des ehemaligen Kaufhofs zieht ein einladendes Café ein. Bild: Steidle Architekten.

Wie wird der Denkmalschutz beim Umbau berücksichtigt?

Das Projekt stößt auf breite Zustimmung, nicht zuletzt wegen seiner subtilen Herangehensweise an den Umbau und seinem Respekt gegenüber dem Charakter des alten Kaufhauses. Experten sehen darin nicht nur eine Möglichkeit, ein Gebäude neu zu nutzen, sondern auch einen Gegenpol zum nahe gelegenen Justizpalast zu schaffen. Ein Haus auf Augenhöhe für die Stadt.

Welche Nutzung ist für den Kaufhof am Stachus geplant?

Die neuen Pläne für den ehemaligen Kaufhof am Stachus in München versprechen also nicht nur die Wiederbelebung eines bedeutenden architektonischen Wahrzeichens, sondern auch eine Bereicherung des städtischen Lebensraums. Geschaffen wird ein Projekt, das nicht nur die Vergangenheit ehrt, sondern auch die Weichen für eine spannende Zukunft stellt.

Wann startet der Umbau des Kaufhofs am Stachus?

Ein Bauantrag für den “Umbau, die Erweiterung und die Nutzungsänderung eines Warenhauses“ liegt bereits bei der Lokalbaukommission (LBK) der Stadt vor. Die Behörde betrachtet das Vorhaben grundsätzlich als zulässig, jedoch ist der Antrag noch nicht im Detail geprüft worden (Stand: 12. April 24). Aufgrund der prominenten Lage am Rande der ensemblegeschützten Altstadt und des denkmalgeschützten Status des ehemaligen Kaufhauses, wird nun die Expertenmeinung der Stadtgestaltungskommission eingeholt. Selbst wenn es in der nächsten Zeit noch eine Baugenehmigung geben würde, ist mit einer Fertigstellung vor dem Jahr 2026 nicht zu rechnen.

Wer übernimmt die Galeria-Kaufhof-Kette?

Erst vor wenigen Tagen hat ein Konsortium aus NRDC Equity Partners und der Investmentgesellschaft BB Kapital (Bernd Beetz) mit Galeria-Insolvenzberater Stefan Denkhaus die Übernahme von Galeria vereinbart. Die Gläubigerversammlung wird voraussichtlich Ende Mai über die Zustimmung zur Übernahme entscheiden. Die Partner beabsichtigen, die Übernahme und Finanzierung von GKK im Rahmen eines Insolvenzplans durchzuführen (Stand 10.04., Quelle: IZ Aktuell).

FAQ – Häufige Fragen zum Kaufhof-Umbau am Stachus

Wann wird der Kaufhof am Stachus fertig?

Die Fertigstellung ist für frühestens 2026 geplant, abhängig von der Baugenehmigung durch die Lokalbaukommission München.

Was kommt in den ehemaligen Kaufhof am Stachus?

Geplant sind Einzelhandel und Gastronomie im Erd- und Untergeschoss, Coworking-Spaces und Konferenzräume im 1. OG, Büros in den Etagen 2-7 sowie ein Boutique-Hotel und Restaurant in den oberen Stockwerken.

Kann man die Dachterrasse im Kaufhof besuchen?

Ja, im 9. Stock ist eine öffentliche Dachterrasse mit Café im gläsernen Wintergarten geplant, die über einen Aufzug von der Schlosserstraße erreichbar sein wird.

Wem gehört der Kaufhof am Stachus?

Das Gebäude befindet sich im Besitz der Familie Zechbauer, die seit der Errichtung 1951 Miteigentümer des Kaufhauses ist.

Wie groß ist das Kaufhof-Gebäude am Stachus?

Das Gebäude umfasst 23.000 m² Nutzfläche auf 9 Stockwerken mit einer Gebäudetiefe von bis zu 33 Metern.

Warum steht der Kaufhof am Stachus leer?

Galeria zog 2022 aus dem Gebäude aus, zwei Jahre nach der ersten Insolvenz des Galeria-Karstadt-Kaufhof-Konzerns (GKK).

Steht der Kaufhof am Stachus unter Denkmalschutz?

Ja, das Gebäude aus dem Jahr 1951 ist denkmalgeschützt und liegt am Rande der ensemblegeschützten Münchner Altstadt.

Wo finde ich weitere Neubau-Projekte in München?

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Title Image:   Steidle Architekten

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