Neubau-News KW 28/26: Neubau bekommt Rückenwind

Neubau-News KW 28/26: Neubau bekommt Rückenwind

Die Immobilienwoche KW 28/26 zeigt mehr Rückenwind für den Neubau. Kaufpreise stabilisieren sich. Die Bundesregierung erteilt der Idee, private Mietwohnungsbestände zu vergesellschaften, eine klare Absage. Die Bauzinsen sinken leicht, und die Mietnachfrage zieht wieder an.

Die wichtigsten Entwicklungen der neuen Immobilienwoche im Überblick:

News 1: Bundesregierung setzt Signal für privaten Neubau – neue Finanzierungskraft durch Banken möglich

Die Bundesregierung möchte die Wohnungskrise stärker über zusätzlichen Wohnraum sowie verlässliche Rahmenbedingungen lösen. Der Koalitionsausschuss aus Spitzenvertretern von Union und SPD einigte sich auf mehr Wohnungsbau in Deutschland im Rahmen des „Programms für Aufschwung und Beschäftigung“. Besonders relevant hierbei für den freifinanzierten Wohnungsbau ist die geplante bundesgesetzliche Klarstellung, dass Vergesellschaftungen privater Mietwohnungsbestände durch Landesgesetze künftig nicht mehr möglich sein sollen.

Ziel ist es, den privaten Wohnungsbau nicht zu gefährden und Investitionen in den Wohnungsmarkt zu schützen. Bundesbauministerin Verena Hubertz kommentiert: „Wer in Deutschland Wohnungen baut, muss sich darauf verlassen können, dass sein Eigentum sicher ist.“ Eine jahrelange Enteignungsdebatte habe in Berlin keine einzige Wohnung geschaffen, sondern habe vielmehr verunsichert, betont Verena Hubertz und führt fort: „Wir schaffen hier Klarheit per Bundesgesetz und fokussieren uns auf die Dinge, die Menschen in angespannten Wohnungsmärkten wirklich helfen“, so die Bundesbauministerin und bezieht sich dabei u.a. wesentlich auf Investitionen sowie den Neubau.  

Auch die Finanzierungskraft deutscher Banken soll durch das Programm gestärkt werden. So entfällt ab 1. Januar 2027 die Pflicht der Erfüllung nationaler Kapitalanforderungen für Wohnimmobilienkredite, die über das europäische Regelwerk hinausgehen. Deutsche Banken können somit deutlich mehr Wohnungsbaukredite vergeben, weil sie weniger Kapitalreserven zurücklegen müssen.  

Warum das wichtig ist: Für Bauträger, Projektentwickler und private Investoren ist das ein wichtiges Signal! Kapital soll wieder stärker in neue Wohnungen fließen. Das schafft politische Sicherheit, kalkulierbare Rahmenbedingungen sowie lange Planungshorizonte für den freifinanzierten Neubau.  

News 2: Käufermarkt stabilisiert sich – Neubaupreise bleiben moderat

Das ImmoScout24-WohnBarometer für das 2. Quartal 2026 zeigt einen Käufermarkt auf Erholungskurs. Neubau-Wohnungen liegen mit durchschnittlich 4.168 € pro m² wieder etwa auf dem Preisniveau des 3. Quartals 2022. Gegenüber dem Vorquartal steigen sie um 0,7%, im Jahresvergleich um 2,3%.

Neubau-Häuser legen im 2. Quartal 2026 um 0,9% auf 3.957 € pro m² zu, bleiben im Jahresvergleich mit plus 1,9% aber moderater als das Preiswachstum von Bestands-Einfamilienhäusern (hierbei: plus 3,3%). Gleichzeitig wächst das Angebot energetisch schwacher Einfamilienhäuser. In nachfragestarken Regionen entfällt inzwischen fast jedes dritte angebotene Einfamilienhaus auf die niedrigen Energieeffizienzklassen G oder H.

Dass sich der Kaufmarkt stabilisiert, zeigt auch die neue Studie des Immobilienberaters BNP Paribas Real Estate Holding GmbH. Demnach verzeichnet der deutsche Investmentmarkt in der 1. Jahreshälfte ein leichtes Umsatzplus um 5% – mit einem gesamten Transaktionsvolumen von rund 16,6 Mrd. €. Hiervon entfallen knapp 4,4 Mrd. € auf die Assetklasse Wohnen.

Warum das wichtig ist: Neubau punktet jetzt doppelt – mit stabiler Preisentwicklung und hoher Energieeffizienz von Anfang an. Gerade im Vergleich zu sanierungsbedürftigen Beständen wird die Planbarkeit von niedrigen Wohnkosten zu einem stärkeren Kaufargument für Neubauten.

News 3: Mietnachfrage zieht wieder an

Auch auf dem deutschen Mietmarkt kehrt Bewegung zurück. In den 8 größten Top-Metropolen steigt die Nachfrage nach Mietwohnungen im 2. Quartal 2026 – um 9% gegenüber dem Vorquartal. Besonders deutlich ist der Zuwachs in Hamburg mit +25%, Berlin mit +13% und Leipzig mit +11%. Laut ImmoScout24 suchen vor allem Familien wieder aktiver nach größeren Wohnungen, nachdem „viele ihren Umzug wegen der wirtschaftlichen Unsicherheit zunächst aufgeschoben hatten“, unterstreicht Dr. Gesa Crockford, Chief Commercial Officer der Scout24-Gruppe, und betont: „Diese aufgestaute Nachfrage kommt jetzt wieder stärker im Markt an“.

Die Mieten steigen dabei moderat: Bestandswohnungen verteuern sich bundesweit im Jahresvergleich um 2,7%, Neubau-Wohnungen um 1,8%. Der größere Kostentreiber sind Nebenkosten unsanierter Bestandsimmobilien. Diese monatlichen Betriebskosten wachsen demnach stärker als Kaltmieten.

Warum das wichtig ist: Die Nachfrage nach Wohnraum bleibt robust. Für Neubau-Investoren ist das ein positives Signal, weil moderne und energieeffiziente Wohnungen bei Mietern zunehmend als kostensichere Alternative wahrgenommen werden.

News 4: Bauzinsen bleiben kalkulierbar – leichte Seitwärtsbewegung

Anfang Juli 2026 ändern sich die Bauzinsen bei einigen Kreditinstituten. Die Stimmung in der Wohnungswirtschaft erholt sich. Aktuelle Bauzinsen bewegen sich laut Berliner Morgenpost zwischen 3,57% und 4,24%. Damit ordnen sie sich weiter im 4-Prozent-Bereich ein. Allerdings sind sie gegenüber den Vormonaten Mai und Juni, als sie nahezu bei konstant 4% lagen, leicht gesunken. Im 2. Halbjahr 2026 könnte sich das aber wieder ändern. Experten erwarten demnach eine Seitwärtsbewegung mit leichter Aufwärtstendenz.

Branchendaten liefern aktuell, insgesamt betrachtet, vorsichtigen Rückenwind. Im April 2026 wurden in Deutschland 20.200 Wohnungen genehmigt – 9,2% mehr als im Vorjahresmonat. Von Januar bis April machten alle Baugenehmigungen des Jahres sogar ein Plus von 13,2% aus (wir berichteten).

Warum das wichtig ist: Die Finanzierung bleibt anspruchsvoll, aber nicht unberechenbar. Wer in einen Neubau oder eine Kapitalanlage investiert, kann aktuell mit leicht sinkenden und realistisch kalkulierbaren Zinsbedingungen rechnen.

News 5: Die Kapitalanlage bleibt steuerlich im Vorteil

Eine neue Analyse des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) zeigt deutliche steuerliche Unterschiede zwischen Selbstnutzung und Vermietung von Immobilien auf. Das liegt insbesondere an den steuerlichen Absetzungsmöglichkeiten für Kapitalanleger, von denen Eigennutzer momentan nicht profitieren können. Vermieter dürfen u.a. Abschreibungen, Kreditzinsen sowie Instandhaltungskosten bei Finanzämtern geltend machen.

In Top-7-Städten büßen Selbstnutzer hingegen schlussendlich beim Kauf einer Wohnung mit 100 m² (im Wert von: 300.000 €) in der 15-Jahres-Vergleichsbetrachtung um 87.473 € gegenüber Kapitalanlegern ein. Die Rendite der eigenen Immobilie in einer Top-7-Stadt liegt für Selbstnutzer bei 6,04%. Vermieter profitieren deutlich höher: mit starker 8,90% Rendite, urteilt das IW abschließend.

Warum das wichtig ist: Für Kapitalanleger bleibt die vermietete Immobilie ein starkes Instrument zum Vermögensaufbau. Gleichzeitig ist die aktuelle IW-Auswertung ein gelungener Startschuss dafür, mit neuem Schwung über die Verbesserungsmöglichkeiten zur Eigentumsförderung für Selbstnutzer zu diskutieren.

Fazit der Woche: Erste Erholungstendenzen sowie neue Planbarkeit

Die Signale dieser Woche zeigen: Nach Monaten vorsichtiger Immobilienmarktbeobachtung verdichten sich die positiven Entwicklungsmomente: Die Politik setzt stärker auf den Neubau sowie eine damit verbundene Investitionssicherheit. Der Kaufmarkt stabilisiert sich weitgehend. Und auch die Mietnachfrage zieht wieder an.

Für Neubaukäufer, Kapitalanleger und Projektentwickler entsteht damit ein Marktumfeld, das weiterhin anspruchsvoll bleibt, aber wieder planbarer und lukrativer geworden ist.

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Title Image:   Große Baustelle von oben mit Baukran.jpg © KI-generierte Visualisierung

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