Neubau-News KW 30/26: Trendwende – Preise für Bestandsimmobilien steigen stärker als Neubau-Preise 

Neubau-News KW 30/26: Trendwende – Preise für Bestandsimmobilien steigen stärker als Neubau-Preise 

Die Immobilienwoche KW 30/26 verstärkt die wachsende Hoffnung auf eine baldige Trendumkehr. Kaufpreise für Bestandsbauten verteuern sich schneller als für Neubauten. Der Wohnflächen-Bedarf pro Kopf ist im Schnitt auf ca. 50 m² gestiegen. Gleichzeitig hat sich der Wohnungsbestand im Zehn-Jahreszeitraum bis Ende 2025 deutlich erhöht: um 2,5 Mio. Wohnungen (+6%). Der Aufwärtstrend spiegelt sich auch in steigenden Baugenehmigungen wider. Großer Hoffnungsschimmer am Immobilien-Branchen-Himmel: Hamburg hat schon ein Drittel seines Jahresziels erreicht. Und der deutsche-Hypo-Immobilienklimaindex erfährt im Juli 2026 nach einer längeren Durststrecke ebenfalls einen Höhenflug. 

Die wichtigsten Entwicklungen der neuen Immobilienwoche im Überblick: 

News 1: Preise für bestehenden Wohnraum steigen stärker als von Neubauten

Neubau-Preise erhöhen sich momentan minimal. Wie der neue Immobilienpreisindex des Analysehauses Empirica Regio herausgefunden hat, so berichtet das Handelsblatt exklusiv, werden durch das verknappte Neubau-Angebot und die damit verbundene Wohnungsnot nun im 2. Quartal 2026 Bestandswohnungen teurer. Im Vergleich zu Neubau-Wohnungen, deren Kaufpreise sich lediglich um +0,8% auf 5.171 €/m² erhöht haben, stiegen durchschnittliche Kaufpreise von Bestands-Wohnungen um satte 6,8% auf 3.226 €/m².

Der Grund für tendenziell gleichbleibende Neubau-Preise, sog. Seitwärtsbewegung, ist: Aktuelle Baukosten und Finanzierungskosten lassen keine Senkungen zu. Gleichzeitig können die Kaufpreise kaum erhöht werden, weil sich sonst keine Käufer finden. Die Preisgestaltung fällt regional unterschiedlich aus. Im Kreis Mansfeld-Südharz (Sachsen-Anhalt) sind die Neubaupreise am günstigsten (1.832 m²/€), in München (Bayern) am teuersten (10.951 m²/€). Auffällig ist jedoch, dass in den teuersten Regionen die Neubau-Preise sogar gesunken sind: München (-2,6%), Garmisch-Partenkirchen (-3,2%) und Miesbach (-4,9%).

Warum das wichtig ist: Die Seitwärtsbewegung von Neubau-Preisen lässt moderate Kaufangebote zu. Wer für gute persönliche Finanzierungsbedingungen vorgesorgt hat, kann sich nun auf die Suche machen. Die gegenwärtige Lage am Immobilienmarkt verteuert nicht unbedingt jede Neubau-Immobilie, sondern eher den Bestand. Man sollte sich also nicht abschrecken lassen – und lieber jetzt beim Neubau zugreifen!

News 2: Allgemeiner Wohnungsbestand wächst im Zehn-Jahres-Vergleich beständig – persönliche Wohnfläche pro Kopf ebenfalls

Der Wohnungsbestand in Deutschland ist innerhalb von 10 Jahren seit Ende 2015 bis Ende 2025 sukzessive gewachsen. Dadurch gibt es ca. 44 Millionen Wohnungen, ein Plus von insgesamt 2,5 Mio. Einheiten – und damit 6%. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zusätzlich mitteilt, hat sich die Bevölkerung innerhalb dieses Zeitraums um nur 1,6% auf 83,5 Mio. Menschen vergrößert – ein deutlich langsameres Wachstum. Allein im vergangenen Jahr entstanden 196.000 Wohnungen in Deutschland, ein Zuwachs von 0,4% gegenüber 2024.

Daneben hat sich auch der individuelle Raumbedarf der Deutschen innerhalb von 10 Jahren vergrößert. Im Schnitt sind Wohnungen 94 m² groß (+8,9%). Und die persönliche Pro-Kopf-Bedarf ist nun auf 49,5 m² Wohnfläche (+7,1%) gestiegen. Auch wenn der aktuelle Wohnungsbestand nur zu knapp einem Drittel (31,3%) aus Einfamilienhäusern besteht, ist der Kaufwunsch immer noch weit verbreitet, privat über viel Wohnfläche zu verfügen.

Neue Ergebnisse einer Immo-Scout24-Erhebung zeigen, dass das meistgesuchte Einfamilienhaus 120 bis 140 m² misst.

Warum das wichtig ist: Entgegen allen Unkenrufen gibt es in Deutschland seit Anfang dieses Jahres 0,4% mehr Wohnungen als noch Ende 2024. Außerdem hat sich die Gesamtzahl an verfügbarer Wohnfläche deutlich vergrößert. Sie ist innerhalb von zehn Jahren (2025-2025) auf 4,1 Mrd. m² (+8,9%) gewachsen. Das zeigt: Menschen genießen zunehmend ein größeres Freiheitsgefühl in deutlich größeren Räumen und Immobilien. Diese Entwicklung kann bei der eigenen Immobiliensuche – vielleicht auch preislich – berücksichtigt werden.

News 3: Baugenehmigungen legen erneut zu – Hamburg auf Rekordhoch

Der positive Trend steigender Baugenehmigungen setzt sich fort (wir berichteten). Auch im Mai 2026 legte die Anzahl an Baugenehmigungen im Vergleich zum Vorjahresmonat zu. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) wurden 21.000 Wohneinheiten zugelassen – ein Zuwachs um 4.200 Wohnungen (+24,7%) gegenüber Mai 2025.

Im Mai 2026 stieg die Anzahl der Neubauten erneut, aber diesmal deutlich um 29,9% (entspricht 4.100 Wohnungen) auf insgesamt 17.800 Neubau-Einheiten. Von Januar bis Mai 2026 wurden insgesamt 104.700 Wohnungen genehmigt, ein Plus von 13.900 Einheiten (+15,4%) gegenüber dem Vorjahreszeitraum 2025. Besonders Zweifamilienhäuser legten deutlich zu: plus 21,6% (+1.100 Baugenehmigungen). Mehrfamilienhäuser verzeichneten ein Plus von 18,9% (+8.900 Baugenehmigungen). Einfamilienhäuser erleben im Mai weiterhin einen Aufwärtstrend von zusätzlichen 2.200 Baugenehmigungen – ein Zuwachs um 12,6% auf insgesamt 19.900 Baugenehmigungen (von Januar bis Mai 2026).

Die Freie und Hansestadt Hamburg vermeldet darüber hinaus positive Rekord-Zahlen: Wie der Radiosender NDR 90,3 des Norddeutschen Rundfunks exklusiv erfuhr, stiegen die Baugenehmigungen hier im ersten Halbjahr von Januar bis Juni 2026 auf 3.287 genehmigte Wohnungen (+46%) gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Hansestadt hat zu Beginn des Jahres den Weg für deutlich einfachere Genehmigungsverfahren frei gemacht. (wir berichteten). 2025 gab es lediglich 2.244 Baugenehmigungen zu dieser Zeit. Damit zeigen sich Investoren in Hamburg demnach wieder in Baulaune – und Hamburg hat ein Drittel seines Jahresziels von insgesamt 10.000 Baugenehmigungen schon erreicht.

Warum das wichtig ist: Diese News schenken Immobilienkäufern und Mietsuchenden wieder Hoffnung in angespannten Immobilienmärkten. Wenn Baugenehmigungen wie geplant so umgesetzt werden, können mittelfristig zahlreiche Neubauten einzugsbereit sein. Gerade Großstädte wie Hamburg werden dadurch enorm entlastet – und das große Wohnungsangebot sorgt für sozialen Frieden.

News 4: Kritik von Branche – Aufwärtstrend nur auf dem Papier

Branchenvertreter geben angesichts der rekordhaften Baugenehmigungszahlen für Mai 2026 zu bedenken, dass durch diese Baugenehmigungen noch lange keine Neubauten jetzt fertiggestellt sind. Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), kommentiert: „Der Aufwärtstrend auf dem Papier hält damit an.“

Die Kalkulation von Neubauten werde immer schwieriger, so Felix Pakleppa, weil Kosten für Material, Energie und Finanzierung gestiegen sind. Allein 2025 seien über 35.000 Baugenehmigungen erloschen, weil sie u.a. auch nicht mehr finanzierbar gewesen seien. Daher hofft der ZDB-Hauptgeschäftsführer jetzt auf den Gebäudetyp E, bessere Förderbedingungen beim EH-55-Programm (niedrigerer Zinssatz und verlässliche Laufzeiten) sowie zusätzlichen Schwung durch eine „Sonder-AfA, die endlich an den EH-55-Standard gekoppelt wird“.

Darüber hinaus erhoffen sich allgemein viele Branchenvertreter, dass endlich effektvolle Maßnahmen zur Reduktion gestiegener Baukosten eintreten – um die Folgen geopolitischer Auseinandersetzungen sowie gestiegener Energiekosten abzumildern. Die Immoblienwirtschaftsverbände fordern von der Bundesregierung daher sehnsüchtig einen neuen Gesetzentwurf: den 13-Punkte-Aktionsplan. Bundesbauministerin Verena Hubertz hat dessen zentrale Eckdaten kürzlich bereits vorgestellt (wir berichteten).

Warum das wichtig ist: Steigende Baugenehmigungszahlen dürfen nicht zu großer Euphorie verleiten. Ein realistischer Blick der Branche, der die weiterhin bestehenden Probleme gestiegener Baukosten sowie Materialknappheit und schwieriger Finanzierungsbedingungen benennt, ist daher goldrichtig. Denn dadurch kann die Politik weiter an den Schwachstellen der Gesetzeslage für den Wohnungsbau arbeiten – und den Neubau dadurch voranbringen.

News 5: Spürbare Erholung des Immobilienklimas im Juli

Das Deutsche Stimmungsbarometer der Branche zeigt für Juli 2026 erbauliche Erholungstendenzen an. Der Deutsche-Hypo-Immobilienklimaindex legt nach einer längeren Durststrecke im Juni im Folgemonat um 9,1% auf 86,6 Punkte zu. Erhoben wird dieser regelmäßige Indikator gemeinsam von Deutsche Hypo – NORD/LB Real Estate Finance, eine spezialisierte Pfandbriefbank, und einer der größten unabhängigen Marktanalysten für die Immobilienbranche, bulwiengesa.

Auch im Bereich des Teilsegments Wohnen konnte sich das Wohnklima erholen: um 7,9% auf 131,7 Punkte. Im Juni betrug dieser Wert laut bulwiengesa noch 122,1. Obwohl geopolitische Risiken und steigende Bauzinsen die Euphorie noch ausbremsen, schätzen Branchenexperten die Investmentmöglichkeiten am Immobilienmarkt deutlich besser ein als noch im Juni 2026. Mitte des Vormonats hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins von 2,0% auf 2,25% erhöht (wir berichteten).

Daraufhin stiegen die Bauzinsen und sanken dann wieder. Momentan liegen deutsche Bauzinsen für zehnjährige Darlehen aktuell bei zwischen 3,57% und 4,22%, notiert die Berliner Morgenpost.

Warum das wichtig ist: Trotz Krisenmodus lohnt sich immer wieder der Blick in Immobilien-Inserate. Das Wohnklima kann sich von einem auf den anderen Monat verbessern, und Bauzinsen ebenfalls. Daher sollten Neubaukäufer die aktuelle Marktlage nicht aufgrund einer frustrierenden Nachrichtenlage aus dem Blick verlieren.

Fazit der Woche: So viele positive Trends – nach der Talsohle gibt es wieder Aufwärtssignale

Die Signale dieser Woche zeigen: Optimismus ist in der Immobilienbranche angesagt – und diesen Hoffnungsschimmer belegen auch die Zahlen. Von deutschem Pro-Kopf-Flächenbedarf, Wohnungsbestand in der Zehn-Jahresbetrachtung bis hin zum Immobilienklimaindex. Alles ist in Bewegung – zum Guten. Baugenehmigungen legen erneut zu – Hamburg vermeldet ein Rekordhoch. Es bleibt abzuwarten, wie nachhaltig diese Entwicklungen sind und ob konkret tatsächlich mehr Neubau mittelfristig zu erwarten ist.

Für Neubaukäufer eröffnen sich viele Chancen. Sie profitieren schon jetzt vom Trend, denn Neubaupreise bleiben deutlich moderat auf einem verträglichen Niveau. Wer über die geeigneten Finanzierungsmöglichkeiten verfügt, sollte nicht warten. Dann besser gleich den Besichtigungstermin vereinbaren, statt zu warten.

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Title Image:   Große Baustelle von oben mit Baukran.jpg © KI-generierte Visualisierung

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