Ein negativer Schufa-Eintrag kann den Immobilienwunsch verzögern. Denn: Je solider die eigenen Finanzen sind, desto leichter vergeben Banken Kredite – und damit bessere Rahmenbedingungen. Doch mit gezielten Maßnahmen lässt sich die Bonität erhöhen – und damit der Weg zum Traum vom Eigenheim ebnen.
- Was ist die Schufa-Bonität – und warum ist sie so wichtig?
- Schufa-Auskunft selbst kostenlos einholen – wie funktioniert das?
- Wie du deine Schufa-Bonität verbesserst: 11 Tipps
- Schufa-Fallen vermeiden: Diese Fehler führen zu negativen Einträgen
- Schlechte Schufa – was tun? So geht es Schritt für Schritt wieder nach oben
- Fazit: Mehr Eigeninitiative für ein erfülltes Leben
Was ist die Schufa-Bonität – und warum ist sie so wichtig?
Die Schufa Holding AG ist eine führende deutsche Auskunftei und sammelt Daten zur Kreditwürdigkeit von Privatpersonen sowie Unternehmen (Bonität). Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung – kurz Schufa – erhält diese sensiblen Daten von unterschiedlichen, insgesamt 10.000 Vertragspartnern, darunter Banken, Sparkassen, Handelsunternehmen und Telekommunikationsgesellschaften. Zusätzlich nutzt die Schufa öffentliche Quellen, etwa Schuldnerverzeichnisse von Amtsgerichten.
Basierend auf diesen Informationen berechnet sie einen Score zwischen 0 und 100 %, der Auskunft über die Zahlungsfähigkeit gibt. Ein hoher Score erleichtert den Zugang zu Krediten und ermöglicht bessere Konditionen. Gerade bei größeren Anschaffungen wie Immobilien stellt ein negativer Schufa-Score ein Problem dar.
Laut der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) können Unternehmen die Daten Betroffener auch ohne deren explizite Einwilligung an die Schufa weitergeben. Ein schriftlicher Hinweis auf die Datenweitergabe genügt, da ein berechtigtes Interesse nach Art. 6 Abs.1 des DSGVO1 besteht.
Schufa-Auskunft selbst kostenlos einholen – wie funktioniert das?
Einmal im Jahr können Verbraucher eine kostenlose Schufa-Auskunft gemäß Art. 15 des DSGVO2 anfordern. Diese Datenkopie bietet einen Überblick über gespeicherte Informationen zur eigenen Person. Du kannst sie online beantragen. Dies dauert nur ein paar Minuten, schafft aber eine langfristige Planungsklarheit.
Dieses Auskunftsrecht schafft zudem auch die Grundlage dafür, um Betroffenen zahlreiche Rechte wie ein Widerspruchsrecht einzuräumen oder um Daten zu korrigieren. Dabei solltest du deinen Personalausweis oder Reisepass bzw. deine Meldebescheinigung parat haben; es genügt, wenn diese Dokumente lediglich fotografiert wurden. Auf das Ergebnis musst du nicht lange warten – es erreicht dich innerhalb weniger Tage per Post.

Zusätzlich bietet die Schufa einen Score-Simulator an, mit dem Verbraucher nachvollziehen können, wie sich bestimmte Verhaltensweisen auf ihren Score auswirken. Ein normaler Schufa-Score beträgt 95-100 %. Als besonders gut wird ein Wert von 97,5 % eingestuft. Um einen Kredit zu bekommen, sind 95 % vollkommen akzeptabel. Unter 80 % fällt die Chance auf einen Kredit eher schlecht aus. Allerdings gibt es keine feste Score-Grenze, um Kredite zu gewähren. Banken haben ihre jeweils eigenen Konditionen und entscheiden dies individuell.
Wie du deine Schufa-Bonität verbesserst: 11 Tipps
Ein Schufa-Eintrag muss nicht in Stein gemeißelt sein, denn die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung sammelt sowohl negative als auch positive Daten über dein Finanzverhalten. Manchmal liegt eine schlechte Bonität auch nicht an eigenverschuldeten Ursachen.
Finde heraus, wie du deinen Score verbessern kannst – 11 Tipps:
- Rechnungen rasch und fristgerecht begleichen – keine Mahnbescheide riskieren
- Kreditkartenbesitz: auf max. 2 Kreditkarten reduzieren
- Langjährige Bankkonten beibehalten – je weniger aber, desto besser
- Nicht deinen Dispokredit (regelmäßig) überziehen
- Rechtzeitig die Bank über Zahlungsverzug informieren, damit u.U. ein negativer Schufa-Eintrag verhindert wird
- Konsumverträge oder Leasing- und Kreditverträge vermeiden und nicht in langen Laufzeiten feststecken – oder jetzt endgültig abbezahlen
- Grundsätzlich keine (häufigen) Wechsel von Lebensumständen (Bank, Wohnort o.Ä.) und Beständigkeit zeigen
- Größeres Darlehen statt vieler kleiner Kredite (bei Möbelgeschäft, Online-Handel, Autohaus, etc.) – nachträglich umschulden
- Kündigung inaktiver oder überflüssiger Girokonten sowie Kreditkarten
- Online-Käufe lieber sofort überweisen anstatt auf Rechnung bezahlen
- Schufa-Auskunft anfragen und genau prüfen
Verbraucher dürfen dank Widerspruchsrecht der DSGVO (Art. 21)3 falsche sowie unberechtigte Einträge bei der Schufa beanstanden und somit ihr Schufa-Rating jederzeit verbessern. Die Einschätzung, ob Daten löschbar sind, kann am besten ein erfahrener Anwalt mit entsprechendem Leistungsschwerpunkt beurteilen.

Zunächst einmal solltest du selbst deine sensiblen Daten – nach Beantragung der Schufa-Auskunft – kontrollieren. Diese Fragen sind dabei hilfreich:
- Sind meine persönlichen Daten der Schufa-Auskunft korrekt und aktuell?
- Gibt es noch Schufa-Einträge zu bereits erfüllten bzw. erledigten Forderungen?
- Entsprechen die von Unternehmen an die Schufa weitergeleiteten Daten bezüglich Verträge, Zahlungsverhalten und Forderungshöhe der Wahrheit?
- Gibt es offene Rechnungen oder Mahnverfahren, die nicht du, sondern Dritte bzw. Kriminelle mit deiner gestohlenen Identität verursacht haben?
Profitipp: Trotz momentaner finanzieller Belastung wirkt sich ein bereits bestehender Immobilienkredit von dir nicht negativ auf deinen Score aus. Die Schufa stuft die Bonität eines Immobilienkäufers weiterhin hoch ein. Erstens wurden diese Kreditnehmer auf Herz und Nieren geprüft. Zweitens ging der intensiven Kreditwürdigkeitsprüfung eine positive Schufa-Bonitätsbeurteilung voraus, damit dieser Immobilienkredit überhaupt erst möglich wurde. Und diese Einschätzung bleibt auch weiterhin bestehen.
Schufa-Fallen vermeiden: Diese Fehler führen zu negativen Einträgen
Übliche Fehler:
- Zu viele Kleinkredite, die gleichzeitig in Anspruch genommen werden
- Offene Rechnungen
- Mahnungen, einmal zu spät beglichene Rechnung geht noch; ab der 2. Mahnung wird es kritisch
- Ein durch die Bank gekündigtes Darlehen
- Laufende Inkassoverfahren
- Eintrag im Schuldnerverzeichnis
- Haftanordnungen
Häufig unterschätzte Faktoren:
- Permanentes Vertrags-Hopping für noch bessere Konditionen (Handy, Internet oder Kfz-Versicherung, etc.)
- Eidesstattliche Versicherungen
- Ständiger Wohnortwechsel
- Wohngegend mit schlechten Rahmenbedingungen (Arbeitslosigkeit, allgemein geringes Einkommen, lange Anfahrtswege zu Ballungsräumen, etc.)
- Hohe und lange Finanzierungsraten bei Konsumkrediten
- Kreditanfrage nur als unverbindliche Konditionsanfrage („Anfrage Kreditkonditionen“) – für den Immobilienkauf – stellen. Zur Erklärung: Mehrere Anfragen bei unterschiedlichen Geldinstituten sind verständlich (Vergleich), erwecken aber den Eindruck bei der Schufa, überall abgelehnt worden zu sein. Verbindliche Kreditanfragen speichert die Auskunftei über ein Jahr lang.
Profitipp: Wer einen Immobilienkredit erwägt, sollte nicht zu allzu lange warten, denn eine Komponente bei der Schufa-Bonitätsbewertung ist das Alter. Über-50-Jährige müssen sich leider damit arrangieren, dass ihr Schufa-Score in dieser Hinsicht4 langsam, aber stetig sinkt.

Schlechte Schufa – was tun? So geht es Schritt für Schritt wieder nach oben
Die Schufa-Berechnungsformel ist streng geheim und beruht auf einem mathematisch-statistischen Verfahren. Alle drei Monate kann sich dein Schufa-Basisscore verändern; dieser wird dann auch quartalsweise in der Auskunftei aktualisiert. Insofern stehen deine Chancen gut, dass eine schlechte Schufa-Bonität rasch in eine gute oder sogar exzellente Kreditwürdigkeit (80-100 %) – mit den entsprechend richtigen Maßnahmen – umgewandelt werden kann.
Erste Schritte sind möglicherweise, offene Forderungen Stück für Stück zu begleichen, ungenutzte Giro- und Kreditkartenkonten zu kündigen (ohnehin nur mit unnötigen Gebühren verbunden), das Konto nicht zu überziehen und endlich Eigenkapital anzusparen. Seit Januar 2025 gilt die „100-Tage-Regelung“: Wer eine offene Forderung innerhalb von 100 Tagen nach Meldung an die Schufa begleicht, kann den negativen Eintrag bereits nach 18 Monaten löschen lassen. Voraussetzung ist, dass keine weiteren negativen Merkmale, u.a. Informationen aus Schuldnerverzeichnissen, vorliegen.
Außerdem können Verbraucher verjährte oder fehlerhafte Angaben korrigieren oder löschen lassen. Im Zweifelsfall empfiehlt sich die Unterstützung durch einen spezialisierten Anwalt.
Profitipp: Solltest du es nicht schaffen, von allein eine Bonität von 80-100 % zu erreichen, gibt es vielleicht auch noch andere Möglichkeiten. So manche Bank räumt trotz negativen Schufa-Eintrags unter gewissen Bedingungen doch noch einen Kredit ein. Voraussetzungen hierfür: ein hohes Eigenkapital bzw. großzügiges Haushaltseinkommen oder zahlungsfähiger Bürger bzw. zweiter Kreditnehmer.
- Offene Rechnungen begleichen
- Verjährung von ggf. Schulden gegenüber dem Gläubiger erklären (Regelverjährungsfrist beträgt 3 Jahre)
- Schufa-Daten prüfen: beglichene Forderungen werden max. 3 Jahre gespeichert
- Schnelle Löschung deiner negativen Schufa-Daten verfolgen bzw. vorantreiben
Schufa-Einträge entfernen lassen – ggf. mithilfe eines Anwalts
Fazit: Mehr Eigeninitiative für ein erfülltes Leben
Eine gute Schufa-Bonität ist kein Zufall. Eine essentielle Voraussetzung ist die Eigenverantwortung. Wichtig ist: Obwohl es sich vielleicht nicht so anfühlt, bist du der Bewertung nicht hilflos ausgeliefert. Entweder suchst du Rat vom Profi, um unfair gespeicherte Daten löschen zu lassen, oder du arbeitest aktiv an einer besseren persönlichen Finanzsituation – für mehr Lebensqualität und Gestaltungsfreude. Manchmal lohnen sich schon kleine Veränderungen, zum Beispiel überflüssige Bankkarten zu kündigen, die ohnehin nicht genutzt werden, oder das Wissen, Online-Käufe lieber nicht auf nachträgliche Rechnung zu bezahlen.
Mit Disziplin, Überblick und rechtzeitiger Kommunikation lassen sich viele Stolpersteine vermeiden. Auch regelmäßige Überprüfungen sowie gezielte Maßnahmen im Hinblick auf deinen Schufa-Score stärken deine Kreditwürdigkeit – und bringen dich deinem Traum vom Eigenheim nahe.
Die gute Nachricht ist also: Dein Basisscore kann sich jedes Quartal – zum Positiven – ändern. Du hast es selbst in der Hand!
- dejure.org/gesetze/DSGVO/6.html ↩︎
- www.bfdi.bund.de/DE/Buerger/Inhalte/Allgemein/Betroffenenrechte/Betroffenenrechte_Auskunftsrecht.html ↩︎
- dsgvo-gesetz.de/art-21-dsgvo/ ↩︎
- finanzkun.de/artikel/der-schufa-score-kreditwuerdigkeit/ ↩︎
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