Ende Februar 2026 hat sich die Regierungskoalition auf eine Überarbeitung des von der Ampel-Regierung aufgelegten “Heizungsgesetzes” – korrekte Bezeichnung ist “Gebäudeenergie-Gesetz (GEG)” – verständigt. Was besagt die neue Regelung und wirkt sie sich auch auf Käufer von Neubau-Immobilien aus?
- Was regelt das überarbeitete Heizungsgesetz?
- Wer profitiert von der Heizungsförderung?
- Was ist die langfristig beste Heizung in Neubau-Immobilien?
- Welchen Einfluss habe ich als Immobilienkäufer auf die Heizung?
- Wie frei bin ich als Bauherr:in bei der Heizungswahl?
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FAQ zum Thema Heizungsgesetz
- Was bedeutet das überarbeitete Heizungsgesetz für mich, wenn ich eine Neubau-Immobilie kaufen möchte?
- Kann ich beim Kauf einer Neubauwohnung Geld sparen, wenn ich auf eine umweltfreundliche Heizung setze?
- Profitiere ich auch als Bauherrin/Bauherr, wenn ich von vorneherein auf energieeffiziente Heizungen setze?
Bei dem Gebäudeenergie-Gesetz (GEG) geht es vorrangig um Sanierungs- und Modernisierungsobjekte. Die Frage, welche Heizung langfristig die richtige ist, stellt sich jedoch ebenso für Käufer von Neubau-Immobilien. Deshalb erfährst du in diesem Beitrag auch, welche Heizungstypen 2026 im Neubau Sinn machen.
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Was regelt das überarbeitete Heizungsgesetz?
Doch zunächst zurück zum Gebäudeenergie-Gesetz (GEG). Plan ist, dass es bis zum Sommer die nötigen Beschlussrunden durchläuft und bis zum 1. Juli 2026 verabschiedet ist. Dieses Gesetz regelt den schrittweisen Austausch von klassischen Öl- und Gasheizungen zugunsten klimafreundlicher Alternativen. Brandneu ist seit Ende Februar: Das überarbeitete Gesetz wird keine Regelungen enthalten, die den Ausbau oder Wechsel bestehender funktionierender Heizungssysteme verpflichtend machen.

Bestehende Öl- und Gasheizungen dürfen bleiben – allerdings soll es künftig eine Grüngas- bzw. eine Grünölquote geben. Konkret heißt das, Gas- und Ölheizungen müssen laut den Plänen von Union und SPD mit einem wachsenden Anteil klimafreundlicher Heizstoffe betrieben werden.
Was ist Grünöl und Grüngas?
Dazu gehören Grüngas (Biomethan und Biogas) und Heizöl, das nicht aus fossilen Quellen stammt, sondern synthetisch bzw. aus nachhaltiger Biomasse produziert wird.
Bis 2029 soll diese sogenannte „Grüngasquote“ bei zehn Prozent liegen und bis 2040 in drei weiteren Schritten ansteigen. Für den klimafreundlichen Brennstoffanteil soll der CO2-Preis entfallen. Kritiker bemängeln, dass mit der neuen Regelung die Preise für Gas und Öl rapide ansteigen können – noch sind die umweltfreundlichen Heizstoffe nicht günstig, auch die Varianten auf Basis von Wasserstoff sind es nicht.
Umso besser, dass der Einbau umweltfreundlicher Heizungen weiterhin gefördert wird. Bis mindestens 2029 wird die Förderung für den Kauf von zum Beispiel Wärmepumpen, Biomasse-Heizungen und Heizanlagen auf Basis von Solarthermie im Rahmen von Förderprogrammen unterstützt.
Wer profitiert von der Heizungsförderung?
Die KfW-Heizungsförderung richtet sich an Privatpersonen, die Eigentümer von Ein- oder Mehrfamilienhäusern sind. Ebenso an Besitzer von Wohnungen im Rahmen einer Wohnungseigentümergemeinschaft und an Wohnungseigentümergemeinschaften, sofern Maßnahmen am Gemeinschaftseigentum durchgeführt werden. Zur Verfügung stehen zwei Formen der Förderung: ein Zuschuss und ein Ergänzungskredit.

Details zum Zuschuss 458 findest du auf der Homepage der KfW Bank unter dem Stichwort “Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude”.
Was ist die langfristig beste Heizung in Neubau-Immobilien?
Langfristig betrachtet ist es ratsam, in deiner Neubau-Immobilie auf die bestmögliche Energieeffizienz zu setzen. Beispiele dafür findest du in unserem Beitrag “Heizungstypen in Neubau-Immobilien“.
Beliebt sind neben der mittlerweile boomenden Wärmepumpe insbesondere Pelletheizungen und Photovoltaikanlagen. Letztere sehr oft in Kombination mit anderen Heizsystemen.
Energieexperten raten, sich bei der Wahl der Heizung nicht ausschließlich von politischen Regulierungen leiten zu lassen, sondern das Gebäude als Gesamtpaket zu sehen und auf Basis seiner Besonderheiten die Heizung auszuwählen.
Welchen Einfluss habe ich als Immobilienkäufer auf die Heizung?
Wenn du eine Immobilie vom Bauträger erwirbst, hast du die besten Chancen, Einfluss auf den Einsatz einer umweltfreundlichen Heizung zu nehmen, wenn du so früh wie möglich fragst, ob und welche “Sonderwünsche” bei der Planung möglich sind. In den meisten Fällen gibt es Sonderwünsche lediglich gegen Aufpreis. Nach Unterzeichnung des Kaufvertrags sind Änderungen und individuelle Entscheidungen nicht mehr möglich.

Und jetzt die gute Nachricht: Aufgrund aktueller Förderprogramme und Richtlinien sind Bauträger generell angehalten, Neubauprojekte so energieeffizient wie möglich auszustatten. Du wirst heute kaum noch einen Neubau finden, der nicht mindestens den Vorgaben des Effizienzhauses 55 entspricht. Hier sind hocheffiziente Heizsysteme Standard; zahlreiche Bauträger wählen aktuell Wärmepumpen.
Wie frei bin ich als Bauherr:in bei der Heizungswahl?
Als Bauherrin bzw. Bauherr kannst du deine Immobilie mit dem Heizsystem deiner Wahl ausstatten. Du kannst nach Herzenslust verschiedene Heizsysteme kombinieren, zum Beispiel Fußbodenheizung, Photovoltaik oder Solarthermie mit allen Arten der Wärmepumpe. Wichtig ist, dass du im Vorfeld einen Energieberater hinzuziehst, der dich bei der Wahl der optimalen Heizung in deinem Neubau unterstützt.
Welche Heizung die beste ist, entscheiden Faktoren wie Budget, individuelle Vorlieben und auch die Lage deiner Immobilie. Insbesondere, wenn du in einer Großstadt lebst, kann Fernwärme eine gute Lösung für deinen Neubau sein. Informiere dich im Vorfeld über Vor- und Nachteile der besonders in Städten beliebten Fernwärme.
Auf neubau kompass findest du Neubauvorhaben mit unterschiedlichster Energieeffizienz. Informiere dich im Vorfeld gezielt über Förderung und Finanzierungsmöglichkeiten. Unser Neubau-Blog unterstützt dich dabei.
FAQ zum Thema Heizungsgesetz
Was bedeutet das überarbeitete Heizungsgesetz für mich, wenn ich eine Neubau-Immobilie kaufen möchte?
Das überarbeitete Gebäudeenergiegesetz (“Heizungsgesetz”) richtet sich an Besitzer von Bestandsimmobilien, die ihre Immobilie modernisieren möchten und/oder gezwungen sind, eine neue Heizung einzubauen. Nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes (voraussichtlich ab dem 1. Juli 2026) können bestehende Öl- und Gasheizungen weiterhin genutzt werden. Allerdings mit einem Anteil klimafreundlicher Heizstoffe. Als Käuferin und Käufer einer Neubau-Immobilie bist du von dem überarbeiteten Heizungsgesetz nicht betroffen. Allerdings solltest du gleich zu Beginn auf Energieeffizienz setzen und von Fördermöglichkeiten beim Kauf deiner Immobilie profitieren.

Kann ich beim Kauf einer Neubauwohnung Geld sparen, wenn ich auf eine umweltfreundliche Heizung setze?
In jedem Fall. Zuerst bei den Fördermöglichkeiten. Aktuelle Förderprogramme der KfW-Bank unterstützen den Kauf und den Bau von energieeffizienten Neubau-Immobilien.
Profitiere ich auch als Bauherrin/Bauherr, wenn ich von vorneherein auf energieeffiziente Heizungen setze?
Definitiv. Alle, die jetzt beim Bau ihres Eigenheims auf Energieeffizienz setzen, stehen langfristig auf der sicheren Seite. Pluspunkte: Ihr spart Energie, schont die Umwelt und habt die besten Aussichten auf Fördermöglichkeiten.
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