Balkonkraftwerk: eine Mini-Solaranlage auf dem Balkon dient der eigenen Stromerzeugung.

Balkonkraftwerk – in drei Schritten zum eigenen Strom

Sich sonnen, frische Luft tanken, entspannen – dafür ist ein Balkon der ideale Ort. Doch kann er Ihnen auch bares Geld sparen, indem Sie hier ein Balkonkraftwerk installieren, das die Sonne einfängt und in Strom umwandelt. Lesen Sie, wie das mit wenig Aufwand gelingt.

Was ist ein Balkonkraftwerk?

Das Gute vorweg: Balkonkraftwerke sind genehmigungsfrei und der Aufbau ist in wenigen Stunden auch selbst erledigt. Ein Balkonkraftwerk (BKW) ist eine kleine Solaranlage, die in der Regel aus einem oder zwei Photovoltaikmodulen und einem Wechselrichter besteht, der den produzierten Gleichstrom in normalen Netzstrom umwandelt. Dieser wird über eine Wieland- oder handelsübliche Schuko-Steckdose direkt ins eigene Hausnetz eingespeist. In diesem Beitrag lesen Sie, wie Sie mit einem Balkonkraftwerk in drei Schritten eigenen Strom erzeugen.

Allerdings ist ein BKW nur dann sinnvoll, wenn Sie den produzierten Strom gleich verbrauchen, da er in der Regel nicht gespeichert wird (ein Speicher lohnt sich aus wirtschaftlicher Sicht nicht). Sprich: Elektrische Geräte, die einen hohen Stromverbrauch haben, sollten Sie möglichst dann nutzen, wenn eine hohe Sonneneinstrahlung vorhanden ist (meistens mittags). Dann wird der produzierte Strom direkt verwendet und Sie müssen weniger Strom von Ihrem Energieanbieter beziehen.

Eine Beispielrechnung: Mit einem BKW bestehend aus einem Solarmodul, das eine Gesamtleistung von 410 Watt hat, können Sie laut der Kleines Kraftwerk DE GmbH jährlich bis zu 204 € einsparen. Der Kauf eines Moduls schlägt mit ca. 600 € zu Buche. Demnach hat sich der Kauf nach ca. drei Jahren amortisiert. Ihr Interesse an einem Balkonkraftwerk wurde geweckt, wie geht es nun weiter?

Schritt 1: Energieberater und Elektriker mit an Bord holen

Wie bei der normalen Photovoltaikanlage ist auch bei einem Balkonkraftwerk die Ausrichtung der Module und folglich der Sonneneinfall entscheidend für die Effizienz. Ein Energieberater kann Ihnen Rat geben, ob sich die Investition des Balkonkraftwerks für Sie lohnt. Die Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. bietet kostenlose Beratungen in ihren Beratungsstellen, per Video, telefonisch oder online an.

Wenn ein Balkonkraftwerk für Sie infrage kommt, sollten Sie als Nächstes einen Elektriker konsultieren. Er kann überprüfen, ob das Hausnetz für die zusätzliche Stromeinspeisung ausgelegt ist. Auch müssen ältere Stromzähler mit Drehscheibe und ohne Rücklaufsperre gegen neuere ausgetauscht werden, um zu verhindern, dass der Zähler „rückwärts“ läuft.

Schritt 2: Aufbau

Der Aufbau ist mit wenigen Handgriffen (am besten zu zweit) erledigt. Sie müssen die Module lediglich ans Balkongeländer montieren oder an einem geeigneten, möglichst sonnigen Platz auf dem Balkon aufstellen.
Anschließend verbinden Sie den Stecker des BKWs einfach mit einer Wieland- oder handelsüblichen Schuko-Steckdose. Zwar entspricht Letztere nicht der VDE-Norm, doch insofern der Wechselrichter über einen Netz- und Anlagenschutz verfügt (in Deutschland ist das in der Regel der Fall), ist der Betrieb ebenfalls bedenkenlos möglich.

Schritt 3: Anmeldung

Zu guter Letzt ist noch die Anmeldung bei Ihrem Netzbetreiber und die Registrierung im Marktstammdatenregister notwendig, und schon produzieren Sie Ihren eigenen Strom! Jetzt interessiert Sie natürlich, wie viel Strom Ihr Balkonkraftwerk liefert. Eine passende Smart-Home-Steckdose oder eine Ertragsmesssteckdose (z.B. im Baumarkt erhältlich) geben Auskunft.

CHECKLISTE:

  • Elektriker und Energieberater konsultiert?
  • Balkonausrichtung geeignet?
  • Zähler mit Rücklaufsperre vorhanden?
  • Wieland-Steckdose bzw. Netz- und Anlagenschutz?

Bild: Peggy und Marco Lachmann-Anke / Pixabay

Text:   Janek Müller
Titelbild:   © Franz Bachinger / Pixabay

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